Wirtschaft



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01.03.2008
 

Milliarden-Auftrag

Wut im US-Kongress über Tanker-Zuschlag für EADS

Es ist der Deal des Jahres für EADS: Der europäische Konzern hat den Auftrag zum Bau von 179 Tankflugzeugen für die US-Streitkräfte gewonnen. US-Politiker reagierten erbost: "Ich kann nicht glauben, dass wir Stellen in Frankreich schaffen werden statt Stellen in Kansas", sagte ein Republikaner.

Washington - Der überraschende Zuschlag für EADS und Northrop Grumman für den Bau von Tankflugzeugen hat am Freitagabend zu heftigen Reaktionen im US-Kongress geführt. Abgeordnete und Senatoren aus Bundesstaaten mit einer starken Präsenz des Verlierers Boeing wie Washington und Kansas äußerten sich entsetzt und kündigten Widerstand an. Politiker aus Alabama, wo die Tanker zum Teil gefertigt werden sollen, lobten dagegen die Entscheidung der US-Luftwaffe. Der Auftrag für 179 Flugzeuge hat ein Volumen von bis zu 40 Milliarden Dollar.

Der republikanische Abgeordnete Todd Tiahrt aus Kansas kündigte eine strenge Prüfung der Entscheidung an. "Wir sollten einen amerikanischen Tanker haben, der von einer amerikanischen Firma mit amerikanischen Arbeitern gebaut wurde", erklärte er. "Ich kann nicht glauben, dass wir Stellen in Frankreich schaffen werden statt Stellen in Kansas."

Die beiden demokratischen Senatorinnen aus Washington, Patty Murray und Maria Cantwell, kritisierten zusammen mit sechs anderen Abgeordneten des Bundesstaates das Ergebnis scharf. "Wir sind empört, dass durch diese Entscheidung das europäische Unternehmen Airbus und ausländische Arbeiter ausgesucht werden, um unseren amerikanischen Militär mit einem Tanker zu beliefern." Die Wahl werde scharf hinterfragt werden. "Wir freuen uns darauf, die Rechtfertigung der Luftwaffe zu hören."

Freude in Alabama - "fast 7000 Jobs"

Dagegen lobte der republikanische Senator Richard Shelby aus Alabama die Wahl. "Ich habe die ganze Zeit gedacht, dass Northrop Grumman-EADS das beste Gebot gemacht haben", sagte er.

Nun würden fast 7000 Stellen in dem Staat geschaffen. Sein Parteikollege Jo Bonner aus dem Repräsentantenhaus äußerte sich ähnlich. Die Bürger von Alabama seien begeistert, der Luftwaffe mit dem allermodernsten Tankflugzeug unterstützen zu können - "ein Tanker, der in Amerika zusammengebaut wird, von Amerikanern". Bonner vertritt die Stadt Mobile, wo ein Teil der Montage stattfinden soll.

Allgemein war in Washington erwartet worden, dass Boeing gewinnen würde. Das Büro der texanischen Senatorin Kay Bailey Hutchison gab am Abend eine Erklärung heraus, in der der amerikanische Flugzeugbauer als Gewinner genannt wurde. Das Schreiben wurde schnell zurückgezogen.

Kevin Drawbaugh, Reuters

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