Hamburg/Tokio – Zum ersten Mal seit drei Jahrzehnten ist wieder ein Passagierflugzeug "made in Japan" geplant. Entsprechend aufgeregt sind die Spekulationen in Japan. Nun heißt es, Toyota steige möglicherweise in das Flugzeuggeschäft ein und wolle sich am Projekt des Konzerns Mitsubishi Heavy Industries beteiligen. Es geht um den Bau eines Regionalflugzeuges.
Regionaljet-Modell von Mitsubishi (Computermodell): Toyota könnte sich mit umgerechnet hundert Millionen Dollar beteiligen
Mitsubishi führt nach eigenen Angaben Gespräche mit einer Reihe anderer potentieller Partner. Der Konzern nannte aber keine Namen. Eine Firma, die das Flugzeugprojekt koordinieren wird, soll noch in diesem Frühling gegründet werden. Mitsubishi strebt eine Beteiligung von 60 Prozent an dem 970-Millionen-Dollar-Projekt an.
Bei dem Regionaljet soll es sich um eine zweimotorige Maschine für 70 bis 90 Passagiere handeln. Geplant ist, den Jet zu großen Teilen aus leichten Verbundstoffen zu bauen. So soll er 20 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen als bisherig gängige Modelle.
Mitsubishi zielt mit dem Regionaljet auf die Märkte Nordamerika, Europa und Japan, wo ein deutlicher Anstieg des Regionalflugverkehrs vorhergesagt wird. Das japanische Konsortium wird gegen Konkurrenten wie Embraer aus Brasilien und Bombardier aus Kanada und neue Wettbewerber aus China antreten.
Toyota stellt zwar außer Pkw unter anderem Busse und Gabelstapler her – ist aber bisher nicht im Fluggeschäft aktiv. Konkurrent Honda hingegen ist bereits in diesen Sektor eingestiegen und stellt Kleinflugzeuge für bis zu acht Passagiere her. Seit 2006 hat Honda für diese Maschinen mehr als hundert Bestellungen verbucht. Die ersten Modelle sollen 2010 ausgeliefert werden.
itz/Reuters/AP
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