Wirtschaft


  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
 

Passiv anlegen Indexfonds - was Sie beachten müssen

3. Teil: Der Vorteil: Anleger können die Entwicklung genau verfolgen

Ein sicherheitsorientiertes Portfolio sollte nicht auf deutsche Aktien fokussiert sein, weil der heimische Markt nur einen kleinen Ausschnitt des Anlageuniversums darstellt. Beliebt sind Dax-Investments wie der von Barclays Global Investors begebene ETF trotzdem, wohl auch weil deutsche Aktien in den vergangenen Jahren Renditen von mehr als 15 Prozent pro Jahr möglich machten. Dieser Erfolg lässt sich jedoch nicht unbedingt in die Zukunft fortschreiben. Der größte Vorteil eines ETFs auf den Dax liegt darin, dass Anleger die Entwicklung ihres Investments leicht verfolgen können, weil über den deutschen Leitindex täglich auf allen Kanälen berichtet wird.

Sicherer fährt man mit einem weltweit gestreuten Portfolio. Wer alles auf eine Karte setzen will, könnte daher einem ETF auf den weltweit gestreuten Aktienindex MSCI World vertrauen. Diese Investments haben bisher allerdings nur wenige Fans gefunden, mit der Folge, dass die Kosten gerade der etablierten Fonds wie des Unico I-Tracker MSCI World deutlich höher ausfallen als bei der Konkurrenz. Auf längere Sicht gibt das eine schwache Rendite.

Die meisten Kundengelder haben die Fondsgesellschaften bisher mit ETFs auf Indizes wie den EuroStoxx 50 oder den MSCI Euro gewonnen. Hier wird das Anlagerisiko immerhin über die gesamte Euro-Zone gestreut. Außerdem entfällt für Anleger aus dem Euro-Raum das Währungsrisiko. Der Marktführer Ishares Eurostoxx50 von Barclays Global Investors gilt als Musterbeispiel für einen geringen Tracking Error. Der Fonds trifft zu 99,98 Prozent den Index. Doch auch die anderen Anbieter schneiden in diesem Anlagesegment, das nur sehr große Aktien umfasst, gut ab.

Der Stoxx 50 Chart zeigen oder der MSCI Europe sind ebenfalls eine Überlegung wert. Hier sind auch Standardwerte aus europäischen Ländern, die nicht zur Euro-Zone gehören, wie Großbritannien oder die Schweiz, enthalten. Der von der US-Fondsgesellschaft State Street begebene Streettracks MSCI Europe ist ein Beispiel dafür, dass nicht alle ETFs mit Gebühren nahe Null auskommen. Das mag daran liegen, dass der Fonds schon etabliert war, bevor sich ETFs bei einem breiten Publikum durchgesetzt hatten, als das Gebührenniveau noch generell höher lag als heute.

US-Aktien sind eine sinnvolle Ergänzung für die meisten Portfolios. Mit der Kombination von Standardwerten aus Euro-Land und USA hat man schon den Großteil der wichtigsten Aktien der Welt abgedeckt. Allerdings müssen deutsche Anleger damit rechnen, dass ein fallender Dollar ihre Rendite verhageln kann, wie sich in der Übersicht zeigt. Anstelle des bekannteren Standardwerteindex Dow Jones empfiehlt es sich, auf einen breiteren Aktienindex wie den S&P 500 oder den MSCI USA zu setzen.

Wenn man davon ausgeht, dass der Aufstieg der Schwellenländer mehr ist als nur eine Mode, bieten sich Chancen mit Emerging-Market-ETFs. Wachsen Volkswirtschaften wie die chinesische oder die russische weiter schneller als der Weltdurchschnitt, wäre man mit einer Anlage nur in Europa und den USA sehr beschränkt. Die meisten der angebotenen Fonds sind allerdings noch zu jung, um Aussagen über die mittel- bis langfristige Rendite zu treffen.

Trotzdem haben sich in Emerging-Market-ETFs schon beachtliche Summen gesammelt. In diesem Segment führen die X-Tracker-Fonds der Deutschen Bank, die erst Anfang 2007 gestartet sind und auf den gesamten europäischen ETF-Markt bezogen schon den drittgrößten Marktanteil hinter Weltmarktführer Barclays und dem Anbieter Lyxor der französischen Société Générale erobert haben.

Nicht zuletzt gehört auch ein Rentenanteil in ein ausgewogenes Portfolio. Im Vergleich zu Aktien-ETFs ist dieser Sektor bisher noch unterentwickelt. Das mag auch daran liegen, dass es kaum Rentenindizes gibt, die einem breiteren Publikum bekannt wären. Zumeist muss man sich auf Anleihen einer bestimmten Laufzeit und Bonität festlegen. Direkt vergleichbar sind die Renten-ETFs kaum. Langfristige Staatsanleihen haben bisher die meisten ETF-Investoren begeistert. Die Rendite lag in den vergangenen Jahren nur knapp über der Inflationsrate - doch wenn die Aktienmärkte ins Minus stürzen, wissen die Anleger das zu schätzen.

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft

© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP



TOP