New York - Mit JPMorgan Chase hat sich ein Käufer für das angeschlagene Investmenthaus Bear Stearns
gefunden. Das drittgrößte US-Kreditinstitut teilte am Sonntagabend (Ortszeit) mit, es werde für das Geschäft rund zwei Dollar je Aktie zahlen. Am Freitag hatte das Bear-Stearns-Papier den Handel bei einem Kurs von 30,85 Dollar beendet. Die Aktionäre müssen dem Verkauf noch zustimmen.
Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat sich laut JPMorgan Chase bereit erklärt, zur Finanzierung von Bear-Stearns-Vermögenswerten mit Liquiditätsproblemen mit bis zu 30 Milliarden Dollar zur Verfügung zu stehen.
Wenige Minuten nach der Bekanntgabe teilte die Fed zudem mit, dass sie ihren Diskontsatz mit sofortiger Wirkung auf 3,25 Prozent senkt. Liquide, gut funktionierende Märkte seien wesentlich, um das Wirtschaftswachstum zu fördern, hieß es zur Begründung. Zuletzt hatte die Zentralbank den Diskontsatz, zu dem sich die Banken bei der Fed über Nacht Geld besorgen können, Ende Januar auf 3,5 Prozent gesenkt.
JPMorgan und die Fed hatten Bear Stearns am Freitag bereits in einer dramatischen Rettungsaktion unter die Arme gegriffen. Die fünftgrößte US-Investmentbank litt im Zuge der Hypothekenkrise unter massiven Liquiditätsproblemen.
Am Wochenende war zudem ein weiterer drohender Kapitalausfall bekannt geworden: Das chinesische Brokerhaus Citic teilte mit, es überdenke seine Pläne für einen Einstieg bei Bear Stearns. Es könne nicht garantieren, dass es tatsächlich zu der angepeilten Investition von etwa einer Milliarde Dollar kommen werde.
Erst Stunden vor der Bekanntgabe der Übernahme am Sonntag hatte das "Wall Street Journal" gemeldet, Bear Stearns hoffe, noch vor Öffnung der asiatischen Börsen am Montag den Verkauf an JPMorgan Chase verkünden zu können. Auch "New York Times" und "Financial Times" hatten über eine Übernahme spekuliert und berichtet, die Beteiligungsgesellschaft JC Flowers spiele dabei ebenfalls eine Rolle. Auch der auf Montag vorgezogene Termin zur Veröffentlichung der Quartalszahlen hatte laut Analysten bereits darauf hingewiesen, dass Bear Stearns etwas Wichtiges mitzuteilen habe.
tno/Reuters/dpa/AFP/AP
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