Mittwoch, 10. Februar 2010

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25.03.2008
 

Fehlende Interessenten

Airbus plant Werks-Notverkauf an Finanzinvestor

Die Finanzkrise hinterlässt Spuren: Airbus will im Rahmen seines Sparprogramms drei Werke verkaufen, doch den Interessenten fehlt das Geld. Jetzt sucht der Flugzeughersteller nach Alternativen - und verhandelt mit einem Finanzinvestor.

Hamburg - Es war der vorerst letzte Bieter - und er ist abgesprungen: Nach dem gescheiterten Verkauf von drei Werken an die Bremer OHB/MT Aerospace zieht Airbus die Gründung eines Werksverbunds in Betracht. Das berichtet die "Financial Times Deutschland" (FTD), nach deren Informationen der Flugzeughersteller sogar schon mit einem Finanzinvestor verhandelt. Der könnte bei allen zum Verkauf stehenden Werken in Deutschland, Frankreich und Großbritannien einsteigen. Auch soll der US-Zulieferer Spirit Aerosystems wieder als Käufer im Rennen sein.

Airbus-Werk in Nordenham: Flugzeughersteller findet keinen akzeptablen Käufer
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DDP

Airbus-Werk in Nordenham: Flugzeughersteller findet keinen akzeptablen Käufer

Sollten die Gespräche mit Spirit Aerosystems scheitern, würden voraussichtlich alle mit der Produktion großer Flugzeugteile befassten Airbus-Werke in einen neuen europäischen Konzern eingebracht, berichtete die FTD unter Berufung auf Branchenkreise. Diese neue Struktur würde wohl unter dem Dach des Airbus-Mutterkonzerns EADS Chart zeigen entstehen. Dann könnten Investoren für eine Beteiligung gesucht werden. Zuvor waren laut der Zeitung die Verhandlungen mit der Bremer OHB/MT Aerospace eingestellt worden, weil eine für Airbus akzeptable Lösung weder industriell noch finanziell erreichbar gewesen sei.

Bei Airbus wollte man von diesen Plänen allerdings nichts wissen, eine Sprecherin bezeichnete die Meldung über den Werksverbund am Dienstag als Spekulation. Der Flugzeugbauer betonte erneut, die Verhandlungen in allen drei Ländern liefen weiter. Die Strategie des Restrukturierungsprogramms sehe die Veräußerung der Werke mit externen Partnern vor, sagte die Sprecherin.

Der Airbus-Mutterkonzern EADS will sich im Rahmen seines Sanierungsprogramms "Power 8" von sechs Werken in Deutschland, Frankreich und Großbritannien mit insgesamt 9400 Mitarbeiten trennen. Für die deutschen Standorte Nordenham, Varel und Augsburg, die Rumpfkomponenten herstellen, soll eine gemeinsame Lösung gefunden werden. Airbus hatte die MT Aerospace, eine Tochterfirma des Bremer Unternehmens für Raumfahrt- und Satellitentechnik OHB, als "bevorzugten Bieter" auserkoren. Dieser wollte gemeinsam mit dem US-Finanzinvestor Cerberus die Übernahme der Werke stemmen. Durch die Kreditkrise in den USA haben derzeit allerdings auch Hedgefonds Probleme, größere Transaktionen zu finanzieren. Ursprünglich hatte Spirit Aerosystems als Favorit gegolten.

Enders will schnelle Entscheidung

Airbus-Chef Thomas Enders sieht laut FTD den Zeitplan für den neuen Langstreckenjet A350 XWB in Gefahr, wenn nicht kurzfristig über den Verkauf der Werke entschieden werde. Enders habe intern angekündigt, in zwei bis drei Wochen müsse Klarheit über die nächsten Schritte bestehen.

Nach dem Willen der Bundesregierung soll Airbus auch nach einem Verkauf an den Werken, die wichtige Bauteile für den neuen Airbus A350 zuliefern sollen, beteiligt bleiben. Die Bundesregierung setzt sich für eine deutsche Lösung ein, um die Zukunftstechnologie Kohlefaser im Land zu halten. Dafür sollen für den A350 Forschungsmittel in Millionenhöhe gezahlt werden.

Trotzdem wird beim Airbus-Mutterkonzern EADS die Einführung einer "Goldenen Aktie" zur Wahrung der strategischen Interessen von Deutschland und Frankreich nicht mehr verfolgt. Es wird stattdessen geprüft, auf der EADS-Hauptversammlung Ende Mai eine Beschränkung der Stimmrechte auf 15 Prozent in der Satzung des Unternehmens zu verankern. Dies würde eine Verschiebung der deutsch-französischen Machtbalance oder eine Übernahme durch einen ausländischen Staatsfonds erschweren. "Goldene Aktien" geben dem Eigner auch ohne bedeutende Kapitalbeteiligung ein Vetorecht bei strategischen Entscheidungen.

Die EU-Kommission hatte massive Bedenken gegen die zunächst von deutscher Seite befürwortete "Goldene Aktie" mit direkten Sonderrechten für Berlin und Paris angemeldet. Beide Länder wollen aus Gründen der nationalen Sicherheit ihren Einfluss beim EADS-Konzern schützen, der auch Raketen und Kampfjets herstellt. Bis Mitte April soll der Vorschlag zur Änderung der Satzung ausgearbeitet und dann mit der Einladung zur Hauptversammlung an die Aktionäre verschickt werden. Eine Lösung werde europarechtlich sauber sein, hieß es.

Der französische Staat hält direkt 15 Prozent an EADS, hat den Einfluss auf das operative Geschäft aber an den Privataktionär Lagardere abgetreten. Berlin ist nicht im Kapital vertreten und nimmt informell über den Großaktionär Daimler Einfluss.

sam/AP/dpa-AFX

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