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27.03.2008
 

Aus für Transrapid

Siemens macht weiter

Siemens gibt nicht auf: Obwohl die Pläne für die Münchner Transrapid-Strecke beerdigt wurden, will der Konzern auch künftig in die Schwebe-Technologie investieren. Es gebe Interessenten aus Katar und den USA für die Bahn.

Hamburg - Es ist kein guter Tag für Peter Löscher, doch der Siemens-Chef versucht Haltung zu bewahren. "Die Magnetschwebebahn-Technologie ist eine Leuchtturmtechnologie Deutschlands", verkündet er in Berlin. "Wir sehen diese Technologie weiter als wichtige Exporttechnologie Deutschlands."

Transrapid-Modell am Münchner Flughafen: Auch Tiefensee glaubt weiter an die Technologie
DPA

Transrapid-Modell am Münchner Flughafen: Auch Tiefensee glaubt weiter an die Technologie

Dies sagt er unmittelbar, nachdem Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) das Aus für die einzige Strecke bestätigt hat, auf der die Schwebebahn in Deutschland fahren sollte.

Die Münchner Transrapid-Pläne: Klicken Sie auf das Bild, um die Grafik zu sehen
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Die deutsche Industrie werde sich weiterhin um Absatzmärkte für den Transrapid außerhalb Chinas bemühen, erklärt Löscher trotzdem tapfer und nennt als weitere Interessenten unter anderem Katar und die USA. Bisher ist die einzige Strecke in Shanghai realisiert worden.

Das Aus für die Münchner Strecke kam an diesem Donnerstag, nachdem die Kosten für das Prestigeprojekt endgültig zu explodieren drohten. In einer Krisensitzung in Berlin offenbarten die an der Planung beteiligten Firmen, der Bau werde wohl über drei Milliarden Euro verschlingen. Bis dahin war von 1,85 Milliarden Euro die Rede gewesen. Die diesen Berechnungen zugrunde liegende Machbarkeitsstudie stammte allerdings aus dem Jahre 2002. Nach dem Treffen verkündeten Tiefensee und Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) das Ende.

Allerdings sieht auch Tiefensee weitere Chancen für die Transrapid-Technologie. Eine Realisierung in anderen Ländern halte er für möglich. Er begrüßte die Versicherung der Industrievertreter, die Transrapid-Technologie weiter zu entwickeln. An dem Konsortium sind neben Siemens Chart zeigen noch ThyssenKrupp Chart zeigen und Hochtief Chart zeigen beteiligt.

Das Münchner Projekt stand schon lange auf der Kippe. Der Bund hatte sich zuletzt bereit erklärt, die Hälfte der Baukosten zu übernehmen, maximal aber 925 Millionen Euro. Bayern hatte seine Beteiligung auf 500 Millionen Euro begrenzt. Die vermeintliche Lösung des Finanzierungsproblems schien die Karriere des damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) zu krönen. Der Transrapid lag ihm besonders am Herzen.

SPD, Grüne, Naturschützer und andere Kritiker des Vorhabens hatten aber schon früh Zweifel geäußert, dass der ursprüngliche Kostenplan einzuhalten sei. Sie hatten das Projekt von Anfang an als überflüssig und zu teuer eingestuft.

Dementsprechend zufrieden zeigten sich die Grünen heute schon vor der offiziellen Stellungnahme Tiefensees und Becksteins. "Dass der Transrapid wesentlich teurer wird als die offizielle Zahl von 1,85 Milliarden Euro, war schon lange offensichtlich", betonte die Grünen-Landesvorsitzende Theresa Schopper. "Nur die CSU wollte das nicht wahrhaben und hielt unverdrossen an dem schwebenden Unsinn Transrapid fest."

Die bayerische SPD-Landtagsfraktion sieht in der heutigen Entscheidung "die größte denkbare Schlappe" für die CSU und die Landesregierung. Die CSU habe gegen alle wirtschaftliche Vernunft und gegen den Bürgerwillen versucht, ihr politisches Prestigeprojekt durchzusetzen, kritisierte der SPD- Fraktionsvorsitzende Franz Maget. "Das katastrophale Tandem Günther Beckstein und Erwin Huber ist bis auf die Knochen blamiert. Schlimmer kann es eigentlich nicht kommen", sagte Maget laut Mitteilung.

Damit trügen Beckstein, Stoiber und CSU-Chef Huber auch die Verantwortung dafür, dass Millionen Euro Steuergelder für die Vorbereitung des Transrapid-Projekts verschleudert worden seien.

ase/AP/dpa/Reuters

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