Berlin - Die außerplanmäßigen Rentenerhöhungen in diesem und im nächsten Jahr werden nach Angaben des "Handelsblatts" deutlich teurer als von der Bundesregierung bislang zugegeben. Alleine für die Rentenversicherung summierten sich die Mehrausgaben bis 2011 auf 9,1 Milliarden Euro, berichtet die Zeitung unter Berufung auf ein Papier des Bundesarbeitsministeriums für das neue Rentenwertgesetz. Demnach kommen weitere 2,9 Milliarden Euro als Bundeszuschuss hinzu.
Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) hatte bislang nur von den Belastungen für dieses und das nächste Jahr gesprochen und sie zusammen auf 2,5 Milliarden Euro beziffert. Die Renten sollen in diesem Jahr um 1,1 Prozent angehoben werden und im nächsten Jahr um 2,0 Prozent.
In seinem Gesetzesentwurf betont das Ministerium den Angaben zufolge, langfristig ergäben sich "keine unmittelbaren finanziellen Belastungen", weil die unterbliebenen Kürzungen später nachgeholt würden. Dies führe nach dem Finanztableau des Entwurfs zu deutlichen Einschnitten bei der Rentenentwicklung im nächsten Jahrzehnt, schreibt die Zeitung.
Von 2010 bis 2014 plane die Bundesregierung im Schnitt nur Rentenanpassungen von unter einem Prozent. Dadurch werde die Standardrente eines Musterrentners mit 45 Beitragsjahren 2014 gut 14 Euro niedriger (1279 Euro) ausfallen als nach geltendem Recht. Erst 2019 erreiche der Rentenwert wieder das Niveau, das er ohne die geplante Gesetzesänderung habe.
als/AFP/dpa
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