Von Annett Meiritz und Philipp Wittrock
Berlin - Olaf Scholz war immer überzeugt: "Der Mindestlohn kommt", diesen Satz hat der Arbeitsminister stets wiederholt, und gleich noch selbstbewusst hinzugefügt: "Für alle." Doch inzwischen droht der vermeintliche Wahlkampfschlager der Sozialdemokraten zum Rohrkrepierer zu werden.
| Welche Branchen Mindestlöhne wollen | |
| Branche | Beschäftigte |
| Zeitarbeit | rund 630.000 |
| Pflegedienste | rund 565.000 |
| Bewachungsgewerbe | rund 170.000 |
| Großwäschereien | rund 30.000 |
| Weiterbildung | rund 23.000 |
| Forstdienste | rund 10.000 |
| Bergbauspezialarbeiten | rund 2500 |
Nur sieben Branchen mit insgesamt 1,43 Millionen Beschäftigten bemühen sich bisher beim Bundesarbeitsministerium um eine Aufnahme ins Entsendegesetz, darunter allerdings auch Kleinstbranchen wie etwa die der Bergbauspezialarbeiter mit nur 2500 Beschäftigten.
Die erste Bewerbungsfrist läuft heute aus. Auch wenn nun mehr Branchen als zuletzt spekuliert die Lohnuntergrenze wollen und Minister Scholz von einem "gigantischen politischen Erfolg" schwärmt - die Resonanz muss die Genossen enttäuschen: Mit mindestens zehn Branchen und mehr als vier Millionen betroffenen Beschäftigten hatte die SPD gerechnet.
Als Voraussetzung für die Aufnahme ins Entsendegesetz gilt: Mindestens 50 Prozent der Beschäftigten einer Branche müssen tarifgebunden sein, damit der Mindestlohn für allgemein verbindlich erklärt werden kann.
SPIEGEL ONLINE stellt die bisherigen Interessenten vor:
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