Moskau/Düsseldorf - Die Schätzungen sind neu und sie werden nicht für besonders viel Freude sorgen: Die umstrittene Gaspipeline durch die Ostsee wird nach neuesten Schätzungen der Betreiber mehr als zwei Milliarden Euro teurer als ursprünglich geplant. In einem Schreiben an die Investoren bezifferte der russische Gasprom
-Konzern die Kosten auf 7,4 Milliarden Euro. Ein Sprecher des Betreiberkonsortiums Nord Stream bestätigte die Summe.
Ursprünglich hatten die Partner, zu denen der Energiekonzern E.on
Die nun genannte Summe sei immer noch vorläufig, erklärte Nord Stream weiter. Eine detaillierte Aufstellung sei erst möglich, wenn die Verträge für die Verlegearbeiten der Röhre und die Logistik endgültig unter Dach und Fach seien. Das Budget solle in den kommenden drei Monaten festgezurrt werden.
In Polen, Estland, Lettland, Litauen und Schweden stoßen die Pläne auf erheblichen Widerstand. Russland wäre mit Hilfe der Pipeline bei den Gaslieferungen nach Deutschland nicht mehr auf das Transitland Polen angewiesen. Wegen Umweltauflagen und Sicherheitsbedenken aufgrund von Munitionsüberresten in der Ostsee musste Nord Stream alternative Streckenverläufe prüfen. Diese Prüfungen führten dazu, dass der ursprünglich für 2008 geplante Beginn der Rohrverlegung auf Sommer 2009 verschoben wurde. Nord Stream will die Arbeiten dadurch vorantreiben, dass es statt einem zwei Verlegungsschiffe einsetzt.
Von dem Bau der Pipeline soll auch der zweitgrößte deutsche Stahlkonzern Salzgitter profitieren. Das mit der Dillinger Hütte geführte Gemeinschaftsunternehmen Europipe hat von Nord Stream den Auftrag bekommen, Dreiviertel der Röhren des ersten Stranges zu schmieden. Das Auftragsvolumen von Europipe liegt Nord Stream zufolge bei über einer Milliarde Euro.
sam/Reuters/dpa
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