Caracas - Der Export Venezuelas läuft gut. Zu gut, wenn es nach der Regierung geht. Sie wirft den Unternehmen vor, zu viele Lebensmittel ins Ausland zu exportieren. Die Folge: Im Land werden die Lebensmittel knapp. Um dem Mangel an Milch und Fleisch entgegenzuwirken, hat Venezuela jetzt ein Abkommen mit Paraguay über umfassende Lebensmittellieferungen abgeschlossen.
Das unterzeichnete Abkommen sehe "den Aufbau einer strategischen Reserve an Lebensmitteln für Venezuela" vor, sagte der venezolanische Außenminister Nicolás Maduro. Zuvor hatte er sich mit seinem paraguayischen Kollegen Ruben Ramírez in Caracas getroffen.
Paraguay soll vor allem Milchprodukte und Fleisch liefern, Venezuela im Gegenzug Öl. Zudem soll die Zusammenarbeit zwischen Venezuelas staatlicher Ölgesellschaft PDVSA und dem paraguayischen Ölkonzern Petropar durch gemeinsame Raffinerien ausgebaut werden, sagte Maduro.
Venezuelas Präsident Hugo Chávez hatte den Lebensmittelherstellern zuletzt mit Verstaatlichung gedroht, sollte sich die Lebensmittelknappheit weiter ausweiten. Die Exporteure machen für den Engpass hingegen die seit fünf Jahren geltenden staatlichen Preisvorschriften verantwortlich. Diese machen es lukrativ, Lebensmittel auszuführen und sie dort zu höheren Preisen zu verkaufen.
sil/AFP
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH