Washington - Einfluss zu nehmen war in Washington im vergangenen Jahr so teuer wie noch nie: Um die Meinung von Politikern und Behördenvertretern mitbestimmen zu können, investierten die Interessenvertreter insgesamt 2,79 Milliarden Dollar. Das ist das Ergebnis einer Studie des Forschungszentrums CRP. Am meisten ließen sich demnach die Pharma-, die Finanz- und die Immobilienbranche die Vertretung ihrer Interessen im politischen Machtzentrum der USA kosten.
"Der Lobbyismus scheint gegen Rezessionen resistent zu sein", sagte Sheila Krumholz, CRP-Geschäftsführerin. In gewisser Weise verstärkten die Interessengruppen ihre Lobbyarbeit in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sogar. Der Studie zufolge flossen 2007 rund 200 Millionen Dollar mehr für die Lobbyarbeit als im ebenfalls rekordträchtigen Vorjahr.
Daneben offenbart der Bericht auch aufschlussreiche Verschiebungen: Zwar verzeichnete die US-Handelskammer mit 53 Millionen Dollar erneut die höchsten Ausgaben einer einzelnen Lobbygruppe. Doch waren ihre Aufwendungen gut ein Viertel niedriger als 2006. Deutlich mehr gaben dagegen Beteiligungsgesellschaften wie Blackstone
aus. Der US-Finanzinvestor verfünffachte das Budget für seine Lobbyarbeit auf 5,4 Millionen Dollar. Auch die größte US-Lehrergewerkschaft gab für solche Aufgaben mit gut neun Millionen Dollar nahezu fünfmal soviel Geld aus wie noch ein Jahr zuvor.
sam/Reuters
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