Mittwoch, 10. Februar 2010

Wirtschaft



Lebensmittelpreise

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14.04.2008
 

Hohe Lebensmittelpreise

Weltbank und IWF warnen vor Hungeraufständen

Selbst diejenigen, die arbeiten können, können ihre Nahrung kaum noch bezahlen. In vielen Entwicklungsländern haben sich die Lebensmittelpreise binnen eines Jahres verdoppelt. Weltbank und IWF sind in höchster Alarmstimmung. Sie warnten vor gewaltsamen Unruhen.

Washington - Die Aufbauarbeit der letzten zehn Jahre ist in Gefahr: Grob geschätzt drohten rund 100 Millionen Menschen in den unterentwickelten Staaten ins "Elend" abzurutschen, sagte Weltbank-Direktor Robert Zoellick am Ende der Frühjahrstagung am Sonntag in Washington. Am vergangenen Samstag hatte bereits der Internationale Währungsfond (IWF) vor einem Flächenbrand gewarnt.

Proteste in Haiti: Zehn Millionen Dollar Soforthilfe
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REUTERS

Proteste in Haiti: Zehn Millionen Dollar Soforthilfe

Der Entwicklungsausschuss der Weltbank forderte eine Strukturreform zu Gunsten der Entwicklungs- und Schwellenländer. 33 Länder könnten wegen der gestiegenen Lebensmittelpreise von sozialem Chaos und politischen Unruhen heimgesucht werden, erklärte Zoellick. Er warb bei den reichen Staaten dafür, bis zum 1. Mai 500 Millionen Dollar für Hilfsprogramme des Welternährungsprogramms (WFP) bereitzustellen. Für rund die Hälfte dieser Summe lägen bereits Zusagen vor, jedoch sei dies "nicht genug". Das Welternährungsprogramm stellt mit Hilfsprogrammen in 78 Ländern die Ernährung von 73 Millionen Menschen sicher.

Wegen der Hungerunruhen in Haiti sagte die Weltbank dem Karibikstaat eine Soforthilfe von zehn Millionen Dollar zu. Eine Expertengruppe solle in den kommenden Tagen nach Haiti reisen, um mit den dortigen Behörden über ein Krisenprogramm zu beraten, hieß es in einer Erklärung der Weltbank. Bei den Unruhen in Haiti waren in den vergangenen Tagen fünf Menschen getötet und 200 verletzt worden.

Auch IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn hatte am Samstag vor gefährlichen Konsequenzen steigender Lebensmittelpreise gewarnt. Die Erfahrungen zeigten, dass "diese Fragen manchmal im Krieg enden". Gewalttätige Proteste gegen die Verteuerung von Grundnahrungsmitteln gab es zuletzt auch in Ägypten, Kamerun, der Elfenbeinküste, Mauretanien, Äthiopien, Madagaskar, den Philippinen und Indonesien. Die Hilfsorganisation Oxfam warnte: "Es ist gut, die Lebensmittelkrise oben auf der politischen Agenda zu sehen, aber das ersetzt nicht die Hilfszahlungen."

Der Entwicklungsausschuss der Weltbank forderte zur besseren Einbindung der Entwicklungs- und Schwellenländer eine Strukturreform nach dem Vorbild des IWF. Es sei wichtig, "die Stimmen und die Beteiligung aller Entwicklungs- und Schwellenländer zu erhöhen", hieß es in einer Erklärung des Gremiums. Bereits bei der Herbsttagung solle die Weltbank-Führung konkrete Reformvorschläge vorlegen.

"Jetzt, wo der IWF eine Einigung erzielt hat, müssen wir diese positive Dynamik nutzen", sagte die französische Wirtschaftsministerin, Christine Lagarde, während des Treffens. Der Währungs- und Finanzausschuss des IWF hatte am vergangenen Samstag den Vorschlägen von Strauss-Kahn für eine Strukturreform zugestimmt. Demnach sollen die bislang dominierenden Industrieländer Stimmen zu Gunsten der Schwellen- und Entwicklungsländer abgeben.

Bei den Frühjahrstagungen von IWF und Weltbank und dem vorangegangenen Treffen der G-7-Staaten standen außer den gestiegenen Lebensmittel- und Energiepreisen die Finanzmarktkrise und die weltweite Konjunktureintrübung im Mittelpunkt. Der IWF sprach von der schwersten Wirtschaftskrise seit der Depression in den dreißiger Jahren.

mik/AFP

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