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15.04.2008
 

Altersvorsorge im Test

Großes Gütegefälle bei der Rürup-Rente

Für alle, die keinen Riester-Vertrag abschließen dürfen, gibt es eine Alternative: die Rürup-Rente. Vor allem Selbständige und Freiberufler können mit ihr steuerbegünstigt Geld für das Alter ansparen. Die Stiftung Warentest hat 76 Angebote untersucht und sechs für "sehr gut" befunden.

Hamburg - Zum ersten Mal hat die Zeitschrift "FINANZtest" Rürup-Renten untersucht und mit Qualitätsurteilen bewertet. Im Test waren dabei die klassischen Rürup-Rentenverträge - jeweils 38 Produkte für Frauen und für Männer. Klassisch nennt sich die Variante der Rürup-Rente, bei der die Versicherer die Beiträge überwiegend in sichere Zinspapiere investieren und nicht in Fonds.

Dabei haben die beiden Direktversicherer CosmosDirekt und Europa sowie die Debeka für ihre Angebote für Frauen und Männer das Qualitätsurteil "sehr gut" erhalten. Elf Anbieter haben sowohl für ihre Tarife für Frauen als auch für Männer ein "gut" bekommen. Drei Angebote sind aber nur "ausreichend".

Entscheidendes Kriterium für ein geeignetes Angebot ist die Höhe der garantierten monatlichen Rente - denn sie ist dem Kunden sicher. Die Tarife liegen bis zu knapp 100 Euro bei der Garantierente auseinander. So bekommt der 40-jährige Mann, der 25 Jahre lang jährlich 6.000 Euro in einen Rürup-Vertrag einzahlt, bei CosmosDirekt ab dem 65. Lebensjahr eine garantierte monatliche Rente von 821 Euro. Bei der Barmenia sind es nur 722 Euro.

Höhe der Rente hängt von den Überschüssen ab

Tabelle: Rürup-Rente für Frauen
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Finanztest

Tabelle: Rürup-Rente für Frauen

Auch bei den Tarifen für Frauen führt die CosmosDirekt mit 741 Euro Garantierente das Testfeld an. Sehr gut bei der garantierten Rente sind auch Europa, WGV, HanseMerkur, Delta Loyd und mamax. Die Tester haben die garantierte Rentenhöhe mit 45 Prozent in ihr Qualitätsurteil einfließen lassen.

Kann aber ein Sparer seine Beiträge nicht mehr zahlen und will deshalb den Vertrag beitragsfrei stellen, dann werden die Nachteile offensichtlich. So legen die Versicherer fest, dass der Kunde mindestens so viel Beiträge bis zum Zeitpunkt der Beitragsfreistellung gezahlt haben muss, dass eine Mindestrente erreicht ist. Setzt er mit seinem Beitrag vorher aus, sieht er von seinem Geld nichts wieder.

Wie hoch die spätere Rente tatsächlich sein wird, hängt von den Überschüssen ab. Diese erzielen die Unternehmen vor allem auf dem Kapitalmarkt, wo sie die Beiträge der Kunden anlegen. Sind die Versicherer dort erfolgreich, gibt es mehr Rente. So erhöht zum Beispiel die Debeka die 799 Euro garantierte Rente unseres Modellkunden auf 1.237 Euro – vorausgesetzt, sie wirtschaftet künftig genauso gut wie in den vergangenen Jahren. Für mögliche Überschüsse haben die Tester den Anlageerfolg des Unternehmens betrachtet und ihn mit 35 Prozent in der Gesamtbewertung gewichtet.

Finanzamt erkennt bis zu 20.000 Euro an

Im Vergleich zur Riester-Rente, wofür es Zulagen vom Staat und Steuervorteile gibt, wird die Rürup-Rente nur steuerlich gefördert. Vor allem Selbständige und Freiberufler, aber genauso gutverdienende Arbeitnehmer und Beamte profitieren in der Einzahlungsphase von Steuerersparnissen.

Tabelle: Rürup-Rente für Männer
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Finanztest

Tabelle: Rürup-Rente für Männer

Denn das Finanzamt erkennt die Steuervergünstigungen bis zur Höhe von 20.000 Euro für Alleinstehende und 40.000 Euro für Ehepaare an und zieht dieses Jahr 66 Prozent als Sonderausgaben ab. Das sind bis zu 13.200 Euro für Singles, 26.400 Euro für Ehepaare. Der abzugsfähige Betrag steigt jedes Jahr um zwei Prozent bis im Jahr 2025 ganze 100 Prozent steuerfrei sind – bis zu den genannten Höchstbeträgen.

Dafür müssen künftige Rürup-Rentner einen je nach Rentenbeginn steigenden Anteil ihrer Rente versteuern. Wer zusätzliche Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung oder in ein berufsständisches Versorgungswerk einzahlt, für den mindern sich die Abzugsbeträge für die Rürup-Rente entsprechend.

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