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16.04.2008
 

Tibet-Kritik

BASF-Chef fürchtet um Geschäfte mit den Chinesen

Diplomatie statt Keule: BASF-Chef Jürgen Hambrecht verstärkt seine Kritik an der öffentlichen Debatte über die Tibet-Politik Chinas. Seine Sorge: Die Chinesen könnten ihr Gesicht verlieren und die deutsche Wirtschaft dafür abstrafen.

Frankfurt am Main - Noch ist es nur ein Grummeln, das Hambrecht bei seinen chinesischen Gesprächspartnern registriert. Doch allein das scheint ihm Warnung genug, um bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf die wirtschaftlichen Auswirkungen einer Verstimmung der Handelspartner hinzuweisen.

BASF-Chef Hambrecht: Kritik an China bedeutet hohes Risiko
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AP

BASF-Chef Hambrecht: Kritik an China bedeutet hohes Risiko

Am gestrigen Dienstag nutzte er das Forum des "heute-journals" im ZDF: Er spüre deutlich die Sorge der Chinesen bezüglich der aktuellen Debatte in Deutschland, sagte der Manager in dem Interview. "Ich meine schon, dass wir auf diese Stimmen hören sollten."

Der BASF-Chef, der auch Vorsitzender des Asien-Pazifik-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (APA) ist, vermisst in der Diskussion die notwendige Sensibilität: "Menschenrechte bedeutet eben auch, dass wir darüber mit den Chinesen sprechen und zwar so sprechen, dass wir den Chinesen gegenüber Respekt aufbringen", sagte Hambrecht. "Das Land verändert sich zu mehr Wohlstand, zu mehr Einkommen und auch zu mehr Rechten."

Angst vor Imageverlust bei den Konsumenten

Allerdings vermied er in dem Interview, sein eigentliches Anliegen beim Namen zu nennen, so wie er es einen Tag zuvor im "Handelsblatt" tat. Er hält einen Anti-China-Kurs für gefährlich, weil er die chinesischen Handelspartner vergrätzen könnte. "Einschränkungen der geschäftlichen Beziehungen würden die deutsche Wirtschaft - und damit uns alle - empfindlich in einem wichtigen Wachstumsmarkt treffen."

Aber nicht nur die Geschäftspartner chinesischer Firmen, auch die Konsumenten in dem riesigen Land sind nach Überzeugung Hambrechts ein wichtiger Faktor. Die Firmen fürchteten einen Imageverlust der bei chinesischen Konsumenten bisher sehr populären deutschen Waren made in Germany, hatte er der Zeitung erklärt. Angesichts der wachsenden ökonomischen Bedeutung Chinas werde dies als erhebliches Risiko angesehen.

Hambrecht wies allerdings den Vorwurf zurück, die Wirtschaft sei untätig. "Im Gegenteil leistet gerade das Engagement westlicher Firmen einen wichtigen Beitrag zur weiteren Öffnung und für verbesserte politische Rahmenbedingungen in China." Deutsche Unternehmen bewirkten dagegen mit ihren Investitionen, dass in China in vielen Bereichen Standards angehoben würden. Im ZDF warnte er aber noch einmal vor zu strengen moralischen Maßstäben: "Eines wird uns nicht gelingen: China genau so zu haben, wie wir im Moment gerade Deutschland erleben." Er spreche Menschenrechtsthemen auch an, sagte Hambrecht. Er mache das leise und hinter der Tür. "Und ich glaube, dass das ganz besonders wirksam ist."

2007 stiegen die deutschen Exporte nach China um 9,4 Prozent auf 54 Milliarden Euro. Mehr als 3000 deutsche Firmen investierten in China. BASF ist dort schon lange im aktiv und gehört in China zu den größten ausländischen Investoren.

mik/Reuters/ddp

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