Hannover - Mehr als 5000 Lehrer sind es, die in fünf Bundesländern Jahr für Jahr während der Sommerferien in die Arbeitslosigkeit geschickt werden. Das gehe aus einem internen Papier der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor, schreibt die "Hannoversche Allgemeine Zeitung". Damit entlasteten die Länder ihren Etat auf Kosten der Arbeitslosenversicherung sowie des Bundes um 17 Millionen Euro jährlich, heißt es in dem Papier weiter. Im Sommer 2007 seien davon rund 5400 jüngere Lehrer betroffen gewesen.
Besonders auffällig sei das Phänomen in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Aber auch Niedersachsen und Rheinland-Pfalz werden genannt. Außer der Verlagerung der Kosten auf die Beitragszahler zählt die BA weitere Schwachpunkte der kritisierten Praxis auf: Sie verunsichere die betroffenen Lehrer, die sich bereits in ihrer Unterrichtsphase um ihre Anschlussbeschäftigung sorgen müssten. Das habe entsprechend negative Folgen für die Qualität ihres Unterrichts. Auch die Schüler würden verunsichert, weil ihnen feste Bezugspersonen verweigert würden.
Nach Einschätzung der BA werden mit der umstrittenen Praxis gesetzliche Schutzbestimmungen "bis an die Grenze" ausgereizt. Die Bundesländer handelten "legal, aber nicht legitim", wenn sie mit den Lehrern faktisch Kettenverträge schlössen, urteilt die BA. Die betroffenen Pädagogen nähmen das Vorgehen hin, um nicht durch Kritik die langfristig erhoffte Übernahme ins Beamtenverhältnis aufs Spiel zu setzen.
sam/ddp
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