Mittwoch, 10. Februar 2010

Wirtschaft



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23.04.2008
 

Monatsbericht

Bundesbank fordert Rente mit 68,5

Im ihrem Monatsbericht erwähnt die Bundesbank die Empfehlung nur am Rande - für Zündstoff dürfte sie dennoch sorgen: Die Experten sprechen sich für eine weitere Anhebung des Rentenalters von 67 auf 68,5 Jahre aus. Bislang kommt Applaus dafür lediglich von Ifo-Präsident Sinn.

Berlin - Die Forderung ist in der aufgeregten Diskussion um die Rentenerhöhung für Geringverdiener weitgehend untergegangen. Dennoch birgt sie Sprengstoff. Während der DGB noch gegen die Rente mit 67 kämpft, fordern die Rentenexperten der Bundesbank schon weitere Maßnahmen. In ihrem Monatsbericht hatten sie die Notwendigkeit betont, die Dauer der Berufstätigkeit der gestiegenen Lebenserwartung auch nach 2029 weiter anzupassen.

Rentner in Magdeburg: Experten befürchten Verschärfung der Rentenkrise
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DPA

Rentner in Magdeburg: Experten befürchten Verschärfung der Rentenkrise

"Da unsere Kinder künftig immer länger leben, sollte das Verhältnis von Renten- zu Arbeitszeit zumindest stabilisiert werden, etwa durch eine automatische Anpassung des gesetzlichen Rentenalters an die Lebenserwartung. Das Versprechen, bei gleicher Lebensarbeitszeit eine immer längere Rentenzeit finanzieren zu können, wird sich nicht halten lassen", sagte ein Bundesbank-Sprecher der "Bild"-Zeitung

Bei einem allmählichen Anstieg von dann 67 Jahren auf 68,5 Jahre würde die relative Rentenbezugsdauer bis etwa zum Jahr 2050 auf dem 2030 erreichten Niveau konstant bleiben, heißt es in dem Monatsbericht.

Unterstützung erhält die Bundesbank vom Präsidenten des Münchener Ifo-Instituts Hans-Werner Sinn. "Die Bundesbank hat sehr verantwortungsvoll argumentiert. Die Politik ist mit den Bürgern nicht ehrlich, weil sie ihnen die Wahrheit über das Ausmaß der drohenden Rentenkrise vorenthält", sagte er der "Bild"-Zeitung.

Um drohende Versorgungslücken der gesetzlich Versicherten im Alter besser zu schließen, spricht sich der Ökonom für eine verpflichtende Riester-Rente aus. "Neben der Erhöhung des Rentenalters muss dringend das Riester-Sparen zur Pflicht gemacht werden, damit die drohende Altersarmut vermieden wird", sagte Sinn.

Die Regierung hat im vergangenen Jahr das gesetzliche Rentenalter von 65 auf 67 erhöht. Danach soll der Ausstieg aus dem Berufsleben ab dem Jahr 2012 mit jedem Jahr einen Monat später erfolgen. Wer 1947 geboren ist, muss also einen Monat länger arbeiten, 1957 Geborene bekommen erst mit 66 Jahren die volle Rente. Ab 2024 erhöht sich dann das Rentenalter um zwei Monate pro Jahr. Ab dem Jahrgang 1967 muss bis 67 gearbeitet werden, um die volle gesetzliche Rente zu bekommen.

Wer früher in Ruhestand will, muss empfindliche Abschläge hinnehmen - pro Monat fällt die Rente um 0,3 Prozent geringer aus. Wer 35 Jahre lang immer den Durchschnittslohn verdient hat und statt mit 67 wie gewohnt mit 65 in Rente gehen will, verliert 7,2 Prozent.

mik/ddp

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