Wirtschaft



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25.04.2008
 

Werbeoffensive nach Spitzelaffäre

Lidl bittet Kunden um Vertrauen

Es ist ein Kniefall vor den Kunden: Mit ganzseitigen Zeitungsanzeigen versucht der Discounter Lidl, das nach der Spitzelaffäre verlorene Vertrauen zurückzugewinnen. Kernbotschaft der Kampagne: "Lidl zu boykottieren würde 48.000 Arbeitsplätze gefährden."

Neckarsulm - Der Lebensmitteldiscounter Lidl hat eine groß angelegte Werbekampagne gestartet, um sein Image wieder aufzupolieren. Am Freitag schaltete das Unternehmen in der "Bild"-Zeitung eine ganzseitige Anzeige, in der Lidl-Mitarbeiter an die Leser appellieren: "Wir vertrauen Lidl, vertrauen Sie uns"!

Lidl-Einkaufswagen: Umsatzeinbußen nach der Affäre
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Getty Images

Lidl-Einkaufswagen: Umsatzeinbußen nach der Affäre

In der Anzeige wird ein Mitarbeiter mit der Aussage zitiert. "Lidl zu boykottieren würde 48.000 Arbeitsplätze gefährden."

Mit der Werbeoffensive reagiert das Unternehmen auf die Spitzelaffäre. Das Unternehmen war massiv in die Kritik geraten, weil es Mitarbeiter systematisch ausspionieren ließ. In den vergangenen Tagen hatte Lidl zugegeben, dass die Affäre zu Umsatzeinbußen geführt habe. Zahlen nannte der Konzern aber nicht.

Ein Sprecher von Lidl sagte, die Anzeigenkampagne werde in den kommenden Tagen in weiteren Blättern fortgesetzt.

Der frühere Bundesdatenschutzbeauftragte Joachim Jacob (1993 bis 2003), der heute für Lidl arbeitet, erklärte, das Sicherheitskonzept bei Lidl werde derzeit umstrukturiert. Auf den Vorwurf, durch die Überwachungskameras hätten auch persönliche Daten der Kunden beim Bezahlen mit EC-Karten erkundet werden können, entgegnete Jacob, er habe festgestellt, "dass Details wie zum Beispiel PIN-Nummern nicht zu erkennen sind".

Jacob wird in der Anzeige mit der Feststellung zitiert: "Videoüberwachung in öffentlich zugänglichen Räumen und damit auch in Verkaufsräumen ist rechtlich zulässig." Sie sollte aber nur eine "unterstützende Hilfe" sein. Zunächst seien bei Lidl aber alle Kameras abgebaut worden.

Jacob erklärte, nach seiner Kenntnis habe Lidl im vergangenen Jahr 80 Millionen Euro Verlust aus Diebstählen verbuchen müssen. "Im Einzelfall ist es daher wohl nicht möglich, völlig ohne Kameras zu arbeiten". Auch dürfe nicht übersehen werden, dass die Videoüberwachung durchaus auch präventiv wirke.

wal/dpa

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