Wiesbaden - Die nach Tarif bezahlten Arbeiter und Angestellten verdienten zu Beginn dieses Jahres 3,3 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mit. Das sei der höchste Anstieg für die Angestellten seit April 1996 und für die Arbeiter seit Juli 1996 gewesen. Auf den Monat Januar bezogen lag der Anstieg der Tarifeinkommen damit auch über der Inflation: Die Verbraucherpreise stiegen im selben Zeitraum um 2,8 Prozent.
Die höchsten durchschnittlichen Tarifsteigerungen gab es laut Statistischem Bundesamt im Öffentlichen Dienst. Außer allgemeinen Lohnsteigerungen wirkten sich dort besonders aus, dass in den neuen Bundesländern die unteren Entgeltgruppen bei Bund, Ländern und Gemeinden auf Westniveau angehoben wurden. Diese konnten der Statistikbehörde zufolge daher höhere prozentuale Steigerungen verzeichnen als die oberen. Insgesamt führte dies bei den Angestellten im Öffentlichen Dienst zu einer durchschnittlichen Tariferhöhung von 4,4 Prozent, für Arbeiter sogar von 5,5 Prozent.
In der Industrie stiegen die tariflichen Monatsgehälter der Angestellten im Januar 2008 gegenüber dem Vorjahresmonat nach Angaben der Statistiker durchschnittlich um 3,7 Prozent. Die einzelnen Branchen unterscheiden sich dabei demnach erheblich: Überdurchschnittliche Tariferhöhungen habe es für die Angestellten unter anderem im Schiffbau (7,1 Prozent) und in der Tabakverarbeitung (4,5 Prozent), unterdurchschnittliche dagegen im Ernährungsgewerbe (2,1 Prozent) sowie im Verlagsgewerbe (1,7 Prozent) gegeben.
Auch nach Tarif bezahlte Arbeiter konnten sich im verarbeitenden Gewerbe über überdurchschnittliche Zuwächse im Schiffbau (6,0 Prozent) freuen. Das gleiche galt für den Schienenfahrzeugbau (5,7 Prozent). Unterdurchschnittliche Lohnzuwächse gab es in der Baubranche (2,5 Prozent) und im Ernährungsgewerbe (2,4 Prozent).
| Tarifsteigerungen | ||
| Branche | Tarifplus Angestellte (in Prozent) | Tarifplus Arbeiter (in Prozent) |
| Schiffbau | :7,1: | :6,0 |
| Eisenbahnen | :6,0: | :6,2 |
| Sonstiger Fahrzeugbau | :5,0: | :5,2 |
| Flugzeugbau | :4,9: | :4,5 |
| Tabakverarbeitung | :4,5: | :4,0 |
| Textilgewerbe | :2,2: | :2,6 |
| Ernährungsbranche | :2,1: | :2,4 |
| Verlagswesen | :1,7: | :3,0 |
| Einzelhandel | :0,1: | :0,5 |
| Angaben für Januar 2008, Quelle: Statistisches Bundesamt | ||
kaz/AFP/ddp
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