Wirtschaft



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29.04.2008
 

Krasser Fall von Ausbeutung

Zwei Euro die Stunde, 70 Stunden die Woche

Hamburger Zollbeamte haben einen besonders drastischen Fall von Schwarzarbeit aufgedeckt: Auf einer Baustelle fanden sie zehn bulgarische Arbeiter vor, die bei einer 70-Stunden-Woche nur zwei Euro pro Stunde verdienten. Gegen den Unternehmer wird ermittelt.

Hamburg - Die Beamten der Finanzkontrolle Schwarzarbeit trauten ihren Augen nicht. Als sie am Montag eine Baustelle im Hamburger Stadtteil Harburg untersuchten, stießen sie auf einen besonders drastischen Fall von Ausbeutung ausländischer Arbeiter.

Die Zollbeamten fanden zehn Bulgaren vor, die ohne Arbeitsgenehmigung Wärmedämmungen an der Außenfassade von Wohnhäusern durchführten. Die Männer hätten für einen Stundenlohn von nur zwei bis drei Euro wöchentlich bis zu 70 Stunden arbeiten müssen, berichtete eine Behördensprecherin an diesem Dienstag.

"Das ist schon sehr, sehr wenig Geld und ein besonders krasser Fall von Ausbeutung", sagte die Sprecherin. Der vorgeschriebene Mindestlohn am Bau betrage 12,50 Euro pro Stunde.

Bei den Vernehmungen stellte sich heraus, dass die Schwarzarbeiter bereits seit zwei Monaten illegal auf der Baustelle beschäftigt waren. Gegen sie wurden Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet, sie mussten die Tätigkeit einstellen.

Gegen den Unternehmer wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Neben der drastischen Unterbezahlung hatte er die Arbeiter auch nicht zur Sozialversicherung angemeldet.

wal/ddp

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