Hamburg - Die Beamten der Finanzkontrolle Schwarzarbeit trauten ihren Augen nicht. Als sie am Montag eine Baustelle im Hamburger Stadtteil Harburg untersuchten, stießen sie auf einen besonders drastischen Fall von Ausbeutung ausländischer Arbeiter.
Die Zollbeamten fanden zehn Bulgaren vor, die ohne Arbeitsgenehmigung Wärmedämmungen an der Außenfassade von Wohnhäusern durchführten. Die Männer hätten für einen Stundenlohn von nur zwei bis drei Euro wöchentlich bis zu 70 Stunden arbeiten müssen, berichtete eine Behördensprecherin an diesem Dienstag.
"Das ist schon sehr, sehr wenig Geld und ein besonders krasser Fall von Ausbeutung", sagte die Sprecherin. Der vorgeschriebene Mindestlohn am Bau betrage 12,50 Euro pro Stunde.
Bei den Vernehmungen stellte sich heraus, dass die Schwarzarbeiter bereits seit zwei Monaten illegal auf der Baustelle beschäftigt waren. Gegen sie wurden Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet, sie mussten die Tätigkeit einstellen.
Gegen den Unternehmer wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Neben der drastischen Unterbezahlung hatte er die Arbeiter auch nicht zur Sozialversicherung angemeldet.
wal/ddp
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH