Washington - Die US-Zentralbank hat am Mittwoch den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf jetzt zwei Prozent gesenkt. Wegen der anhaltenden Finanzmarktkrise wurde die Entscheidung von Experten erwarten.
Wall Street in New York: Siebte Leitzinssenkung in Folge
In ihrer Erklärung räumte die Fed ein gewisses Inflationsrisiko ein. "Die Ungewissheit hinsichtlich der Inflationsentwicklung bleibt hoch", hieß es in dem Kommuniqué. Die Bank werde "wie erforderlich handeln, um nachhaltiges Wirtschaftswachstum und Preisstabilität zu fördern". Sie erwarte aber "in den kommenden Monaten eine Minderung der Inflation".
Seit vergangenen September hatte die Fed den Leitzinssatz von damals 5,25 Prozent fast im Monatsrhythmus abgesenkt. Ein klares Signal, dass die Serie der Zinsschnitte nun beendet sei, ging von der Erklärung nicht aus.
Die New Yorker Börse begrüßte die neuerliche Zinssenkung. Nach der Entscheidung bauten die US-Börsen ihre Gewinne aus. Der Dow Jones
legte rund ein Prozent zu und stieg zwischenzeitlich über 13.000 Punkte.
Abstand zum Euro-Raum vergrößert sich
Mit der Entscheidung der Fed vergrößert sich der Zinsabstand zum Euro-Raum weiter. Dort liegt der Leitzins seit vergangenen Sommer bei vier Prozent. Die EZB hatte unter Hinweis auf Inflationsgefahren bislang von Zinssenkungen Abstand genommen. Finanzanlagen in Euro sind für Investoren wegen der höheren Zinsen attraktiver als in Dollar, was die seit Monaten schwächelnde US-Währung zusätzlich unter Druck setzt.
Für eine Zinssenkungspause spricht auch, dass die US-Konjunktur sich bislang robuster zeigt als von vielen angenommen. Die befürchtete Rezession ist bislang ausgeblieben.
Von dem neuerlichen Zinsschnitt erhofft sich die Fed nach eigenen Angaben einen Impuls für die US-Wirtschaft, deren Wachstum im ersten Quartal 2008 wie im Vorquartal bei relativ schwachen 0,6 Prozent verharrte. Die Entwicklung der US-Wirtschaft bewerteten die Fed-Experten als "weiterhin schwach", auch für die kommenden Quartale prognostizierten sie wegen der Korrektur am US-Immobilienmarkt und der Kreditknappheit Belastungen für das Wirtschaftswachstum.
Gedämpft wurde das Wirtschaftswachstum vor allem durch die schwachen Konsumausgaben. Der Zuwachs sank auf das niedrigste Niveau seit der Rezession im Jahr 2001. Die Konsumausgaben sind im ersten Quartal 2008 lediglich um 1,0 Prozent gestiegen, nachdem sie im vierten Quartal noch um 2,3 Prozent zugelegt hatten.
Die Zinssenkungspolitik der vergangenen Monate dürfte nach Einschätzung der Fed aber dazu beitragen, "mit der Zeit ein gemäßigtes Wachstum zu fördern und die Risiken für wirtschaftliche Aktivität zu vermindern".
amz/ase/AP/dpa
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