Zürich - Der Mann, bei dem es sich einem Bericht der "Financial Times" zufolge um den Privatbanker Martin Liechti handeln soll, wurde im April kurzzeitig von den amerikanischen Behörden im Miami vernommen.
Er hält sich nach UBS-Angaben in Abstimmung mit den Behörden so lange in den USA auf, bis sein Status als Zeuge geklärt sei. Es geht um eine Steueruntersuchung des amerikanischen Justizministeriums.
Dem Manager selbst werde kein Fehlverhalten vorgeworfen, erklärte UBS am Mittwoch weiter, die weder den Namen noch die genaue Funktion des Mannes bestätigen wollte. Sie sprach lediglich von einem "hochrangigen UBS-Mitarbeiter", der vor kurzem von US-Behörden festgenommen worden sei.
In der ganzen Sache geht es um das sogenannte Cross-Border-Vermögensverwaltungsgeschäft der UBS für amerikanische Privatkunden. Das amerikanische Justizministerium und die Börsenaufsicht SEC untersuchen, ob Vermögensberater der UBS von 2000 bis 2007 US-Bürgern von der Schweiz aus möglicherweise bei der Vermeidung von Steuern geholfen haben könnten und ob UBS das von der Schweiz aus betriebene Vermögensberatungsgeschäft für US-Kunden bei der SEC hätte registrieren müssen. UBS erklärte weiter, sie arbeite in dieser Sache mit den amerikanischen Behörden zusammen.
Die "Financial Times" zitiert mit dem Fall vertraute Personen, das Vorgehen der US-Behörden folge einer aggressiven Taktik und solle Druck auf UBS und ihre Mitarbeiter ausüben, damit diese ihre Geschäftspraktiken offenlegten.
Im vergangenen Jahr hatte UBS die von der Schweiz aus betriebene Vermögensverwaltung für US-Kunden neu strukturiert und zusammengefasst. Liechti leitet diesen Geschäftsbereich von Zürich aus.
Erst am Dienstag hatte UBS
einen milliardenschweren Verlust im ersten Quartal 2008 bekannt gegeben und den
Wegfall von bis zu 5500 Stellen angekündigt.
kaz/Reuters
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