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07.05.2008
 

Touristikkonzern

TUI-Großaktionär wirft Vorstand unfaire Praktiken vor

Duell auf der Hauptversammlung: Ein Vertrauter des TUI-Großaktionärs John Fredriksen wirft dem Konzernvorstand und dem Aufsichtsratschef Versagen vor - und fordert personelle Konsequenzen. Die Aktionäre spenden Beifall, doch die Kritisierten wehren sich.

Hannover - TUI-Großaktionär John Fredriksen hat der Konzernführung unfaire Praktiken im Kampf um ihren Machterhalt vorgeworfen. "Sie haben Privatdetektive angeheuert, um uns Schmutz anzuhängen", sagte sein Vertrauter Tor Olav Troim am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Hannover vor rund 2000 Aktionären und Gästen. Der Vorstand habe viel Zeit und Unternehmensgelder verschwendet, um Fredriksen bei Investoren schlecht zu machen. TUI wies die Vorwürfe entschieden zurück.

TUI-Aktionärstreffen: Personaldebatten in Hannover
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TUI-Aktionärstreffen: Personaldebatten in Hannover

"Die Unternehmensführung bei TUI ist schlicht inakzeptabel", sagte Troim. "Man sollte mit positiven Veränderungen ganz oben anfangen und den Vorsitzenden des Aufsichtsrats ersetzen, der eine fortdauernde schlechte Leistungsbilanz des Vorstands toleriert hat." Ein entsprechender Antrag ist Teil der Tagesordnung des Aktionärstreffens.

Indirekt sprach sich Troim damit für einen Rücktritt von TUI-Chef Michael Frenzel aus. Sein Rücktritt wäre "kein großer Verlust", sagte er am Rande der Versammlung. Der Vorstandschef fahre keinen klaren Kurs und habe in den vergangenen Jahren Werte vernichtet. Aufsichtsratschef Jürgen Krumnow habe jahrelang eine schlechte Leistungsbilanz des Unternehmens toleriert. Deshalb müsse er gehen, sagte Troim.

Der Fredriksen-Vertraute bekam für seine Forderungen Beifall von den Aktionären. Frenzel und Krumnow wiesen die Vorwürfe zurück. Frenzel nahm in seiner Rede den Aufsichtsrat in Schutz. Dieser sei stets ein "kritischer Sparringspartner" gewesen. Nicht jede wichtige Entscheidung sei einvernehmlich getroffen worden. Er kritisierte wie auch Krumnow die Personaldiskussionen, die nicht im Interesse des Unternehmens sei und Kräfte binde.

Bei der Auswahl der Aufsichtsräte sei zuletzt die Aktionärsdemokratie verletzt worden, klagte Troim. TUI hatte den Aufsichtsrat Franz Vranitzky gegen einen Gefolgsmann des zweigrößten TUI-Aktionärs Alexej Mordaschow ausgetauscht und dadurch die von Fredriksen beantragte Abwahl Vranitzkys unmöglich gemacht. "Das war wie ein Schlag ins Gesicht der Eigentümer", sagte Troim. "Man schafft keine Kontrolle, wenn der Vorstand seine Kontrolleure selbst auswählt." Den ihm angebotenen einen Aufsichtsratssitz wolle Fredriksen nun aber doch annehmen.

Der Fredriksen-Sprecher trat dem Eindruck entgegen, das "Enfant Terrible" des Konzerns zu sein. "Wir sind keine Unruhestifter, kein Hedgefonds, wir sind Mitaktionäre, die das Unternehmen bei der Schaffung von Wert unterstützen wollen", sagte Troim. Das Fehlen einer klaren strategischen Ausrichtung der TUI habe den Norweger, der 11,7 Prozent der TUI-Anteile hält, allerdings zuletzt zu einer aktiveren Rolle bewegt.

kaz/Reuters/dpa

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