Montag, 23. November 2009

Wirtschaft



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07.05.2008
 

Hilflose Welthandelsorganisation

WTO kann nichts gegen Lebensmittelkrise tun

Teurer Reis, explodierende Preise für Getreide und Mais: Die Welthandelsorganisation steht der globalen Nahrungsmittelkrise machtlos gegenüber - und setzt ihre Hoffnung auf den Abschluss der Doha-Runde.

Genf - Sie ist hilflos - und gibt das auch zu: Die WTO könne kurzfristig nichts gegen die Explosion der Preise tun, sagte der Chef der Welthandelsorganisation (WTO), Pascal Lamy, am Mittwoch in Genf. Eine weitere Liberalisierung des Welthandels durch den Abschluss der "Doha"-Welthandelsrunde könne jedoch mittel- bis langfristig zur Lösung der Probleme beitragen, hieß es in einem Schreiben Lamys an die WTO-Ratsmitglieder, das Reuters vorlag.

Tatsächlich würde ein Abschluss der Doha-Gespräche den Abbau von Handelsschranken und Subventionen für landwirtschaftliche Produkte nach sich ziehen und damit einen Beitrag zur Senkung der Preise leisten, erklärte Lamy. Die Gespräche der Doha-Runde haben zum Ziel, bei den internationalen Handelsverträgen auch die Probleme von Entwicklungsländern zu berücksichtigen. Im Mittelpunkt stehen dabei der bessere Marktzugang durch den Abbau von Importquoten und Zöllen sowie die Reduzierung von Subventionen.

Die rasanten Preissteigerungen bei Grundnahrungsmitteln waren in den vergangenen Wochen in zahlreichen ärmeren Ländern Anlass für gewaltsame Proteste. Viele Länder begrenzen derzeit die Ausfuhr von Lebensmitteln, um zumindest die einheimische Nachfrage decken zu können. Dies ist unter den WTO-Regeln erlaubt.

Grund für die Preissteigerungen sind höhere Energiekosten, eine stärkere Nachfrage nach Nahrungsmitteln in Asien und der durch staatliche Subventionen geförderte Biosprit-Boom. Der Chef des Uno-Umweltprogramms (Unep), Achim Steiner, hatte zuvor Spekulanten für die massiven Preissteigerungen bei Lebensmitteln verantwortlich gemacht. Es gebe ausreichend Lebensmittel, um alle Menschen in der Welt zu ernähren, sagte der deutsche Uno-Diplomat. Aber die Spekulation an den Märkten bringe die Ärmeren durch überhöhte Preise ins Abseits.

sam/Reuters

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