Berlin - Norbert Hansen wechselt auf die Seite des Kapitals. Der 55-jährige Gewerkschaftschef erklärte, er habe "heute dem Geschäftsführenden Vorstand der Transnet erklärt, dass ich meine politischen Ämter niederlege". Zugleich habe er seine Bereitschaft bekundet, als Arbeitsdirektor der Bahn zur Verfügung zu stehen. "Ich bin vom Aufsichtsratsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG und aus Kreisen der Politik gefragt worden, ob ich als Arbeitsdirektor zur Verfügung stehen würde. Ich habe dazu meine Bereitschaft erklärt." Der Posten des Arbeitsdirektors hat den Rang eines Vorstands und soll nach Wunsch der SPD nur mit Zustimmung der Gewerkschaften gewählt werden dürfen.
Wann Hansen sein neues Amt antritt, ist noch nicht klar. Die Entscheidung über Details soll bei der Sitzung des Bahn-Aufsichtsrats kommenden Donnerstag fallen. Dabei soll auch entschieden werden, wie nach der geplanten Privatisierung der Bahn die Vorstände der Dachholding sowie der neuen Verkehrsgesellschaft der besetzt werden sollen. Hansen ist stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsgremiums. Die Große Koalition hat ein Konzept vorgelegt, nachdem 24,9 Prozent der Verkehrs- und Logistiktochter der Bahn an Privatanleger verkauft werden soll. Das Konzept wird heute sowie am 29. und 30. Mai im Bundestag debattiert.
Nach Wünschen der Bundesregierung soll zumindest in der ersten Zeit nach dem Börsengang der DB-Vorstandsvorsitzenden Hartmut Mehdorn an der Spitze beider Gesellschaften sehen. Auch Finanzvorstand Diethelm Sack soll beiden Vorständen angehören. Unklar ist derzeit noch, ob Hansen bei einem Wechsel für den Bahn-Mutterkonzern oder für die noch zu bildende neue Gesellschaft für den Personen- und Güterverkehr tätig werden soll.
Der Geschäftsführende Vorstand der Gewerkschaft habe seine Entscheidung begrüßt und werde "die Ernennung durch den Aufsichtsrat unterstützen", sagte Hansen. Das Gremium habe darauf verwiesen, dass dadurch eine weitere Garantie für den integrierten Konzern und für die Sicherung der Beschäftigung abgegeben werde. Die Vorsitzenden der Transnet-Bezirksvorstände und der Geschäftsführende Vorstand sollen am morgigen Freitag zusammenkommen, um das weitere Vorgehen und die Nachfolge zu beraten. Hansen habe dazu seine Bereitschaft erklärt. Er war seit 1999 Chef der größten der drei Bahn-Gewerkschaften.
Über Hansens Wechsel in den Konzern hatte am Vortag bereits das privatisierungskritische Bündnis Bahn für Alle berichtet. Transnet und Bahn hatten sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht dazu äußern wollen. Als brisant gilt die Tatsache, dass Transnet unter Führung des SPD-Mitglieds Hansen als einzige Gewerkschaft im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) den Privatisierungskurs der Deutschen Bahn unterstützt hat. Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge wurde die Berufung Hansens vor allem von der SPD unterstützt.
ase/AP/AFP/dpa/Reuters
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Vielleicht spaltet die TRANSNET-Führung sich ab und trennt sich von ihrer unflexiblen Basis. Eine passenden Namen hätte ich schon: GVTA: "Gewerkschaft Vorstandstreuer Arbeitnehmer" mehr...
Fehlt blos noch, dass Hansen auf der nächsten Mitarbeiterversammlung ins Mikro haucht: Ich liebe Euch doch Alle! mehr...
Kaum designierter Vorstand im Konzern und schon redet Herr Hansen von der Ausgliederung von 9000 Arbeitsplätzen. Endlich hat er seine Maske fallen lassen. Aber der Vorstand der Gewerkschaft begrüßt es ja anscheinend, daß Herr [...] mehr...
Bei der AUB kann der Gewerkschaftsgedanke schon deshalb nicht pervertiert werden, weil die AUB niemals eine Gewerkschaft gewesen ist. Und im übrigen gibt es die AUB als Arbeitnehmervertretung nicht nur bei SIEMENS! So [...] mehr...
Eine Transnet, die dem DGB in Sachen Bahnprivatisierung widerspricht, wird ihm noch lieber sein, als eine Transnet, die sich abwendet. So klebt der DGB an Norbert Hansen, wie die SPD an Wolfgang Clement. ---Zitat--- Seien [...] mehr...
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