Von Felix Ehlert
Hamburg - Wie bei den meisten Herstellern kommen auch die Pullover, Hosen und Röcke von Kik vornehmlich aus Asien. Länder wie China und Bangladesch, aber auch etliche weitere nennt die Firma mit Sitz im westfälischen Bönen als Produktionsstätten. Ein geschäftsführender Gesellschafter hat jetzt zugegeben, dass die Kontrolle der Lieferanten schwer fällt. "Wir können Kinderarbeit bei der Produktion unserer Waren nicht zu 100 Prozent ausschließen", sagte Heinz Speet der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Das könne kein Handelsunternehmen, denn Sublieferanten in der Produktionskette seien schwer zu überwachen.
Näherinnen in China: Produktionsorte nicht bekannt
Erst seit März 2007 schickt Kik Prüfer in Betriebe in China und Bangladesch. Erst seit zwei Jahren gibt es bei dem Unternehmen der Tengelmann-Gruppe einen Kodex, der die unternehmerische Verantwortung unterstreichen soll. Darin finden sich auch die Sozialstandards, die die deutsche Firma von Geschäftspartnern im Ausland erwartet: Keine Arbeitskräfte unter 14 Jahren, angemessene Bezahlung, Rücksicht auf die Gesundheit der Arbeiter. Für den Fall, dass Kinderarbeit bei einem Zulieferer bekannt wird, ist im Kodex schwammig formuliert: "Es muss nach einer Lösung gesucht werden, die das Alter, die soziale Lage und die Ausbildung des Kindes berücksichtigt, um die zukünftigen Lebensumstände bestmöglich abzusichern."
Zum Vergleich: Auch die schwedische Textilkette H&M lässt hauptsächlich in Asien produzieren. Bereits 1997 hat sie sich einen Ethik-Kodex gegeben, der auf den Richtlinien der Internationalen Arbeitsorganisation ILO und der UN-Kinderrechtskonvention basiert. H&M ist Mitglied in der Fair Labor Association und nimmt am Global Compact der UNO teil, wonach die Globalisierung sozialer und ökologischer gestaltet werden soll.
Ein weiteres Beispiel für den Umgang mit Kleidungsproduktion in Asien ist die niederländische Stiftung "Fair Wear", in der Hersteller wie Mexx oder O'Neill organisiert sind. Sie vereint Firmen, Gewerkschaften und andere NGOs. Die Mitglieder müssen sich strengen Kontrollen unterziehen und die Namen aller Zulieferer offenlegen. "Ein gutes Modell, um Probleme wie Kinderarbeit anzugehen", sagt Peter Fuchs vom "Cora"-Netzwerk für Unternehmensverantwortung.
Die Kampagne "Aktiv gegen Kinderarbeit" kritisiert, dass Kik seine Produktionsstandorte nicht bekanntgibt. Aus Wettbewerbsgründen, wie eine Firmensprecherin auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE sagte.
Das Eingeständnis zur möglichen Kinderarbeit kommt spät und vielleicht nicht ganz freiwillig. Zu Beginn des Jahres veröffentlichte die "Kampagne für saubere Kleidung" (Clean Clothes Campaign, CCC) eine Studie über die Arbeitsbedingungen in Firmen in Bangladesch, die unter anderem für Kik tätig sind. In dem Papier, das SPIEGEL ONLINE vorliegt, sind etliche Verletzungen des Kik-Kodex protokolliert. Die Rede ist von fehlenden Betriebsräten, zahllosen Überstunden und mickrigen Löhnen. Meist fehlten Arbeitsverträge, Diskriminierungen von Frauen seien alltäglich. Von einem Kodex habe keiner der befragten Arbeiter je gehört. Jedoch berichten sie in der Studie von Kontrollen durch westliche Geschäftspartner und deren Gesandte. Vorher würden dann extra die Toiletten geputzt, die Angestellten eingeschüchtert und Jugendliche nach Hause geschickt, um den Verdacht, dass Menschen unter 14 beschäftigt sind, gar nicht erst aufkommen zu lassen.
In den sechs besuchten Firmen konnte die "Kampagne für saubere Kleidung" keine Fälle von Kinderarbeit aufdecken. Anfang März setzte sich dann das Unternehmen mit den Kampagnenmachern an einen Tisch. Kik versprach, Prüfer zu allen seinen Lieferanten zu schicken. Die CCC will den Vorstoß "kritisch beobachten", wie es heißt.
Kik steht als Abkürzung für "Kunde ist König". Die Handelskette wirbt damit, dass Käufer sich in den über 2500 Filialen in Deutschland und Österreich für 30 Euro komplett von Socken bis zur Mütze einkleiden können.
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Was für ein Blödsinn. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird größer. Und etwa die HÄLFTE der Menschheit muss von ca. 2 Dollar am Tag leben. Und knapp 1 Mrd. muss von 1 Dollar am Tag leben. Fortschritte gab es hauptsächlich [...] mehr...
Das römische Reich war, in der Tat, schon ziemlich globalisiert. Ausgestreckt zumindest auf dem in Europa bekanntem Terrain. Die ganze Sache brachte allerdings nicht nur Freude und Freunde. Schließlich waren die Römer eine [...] mehr...
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