Berlin - "Wir werden bei der Bahn weiter rationalisieren müssen. Und das wird in einigen Bereichen nicht ohne Personalabbau gehen", sagte Hansen, der neue Arbeitsdirektor der Deutschen Bahn, der "Bild"-Zeitung. Schon als Chef der Gewerkschaft Transnet habe er Arbeitsplätze in seiner Verwaltung abbauen müssen. Das sei kein angenehmer Job, aber es sei ihm immer gelungen, ohne Kündigungen auszukommen. Das sei auch sein Ziel bei der Bahn.
Hansen fordert von den Mitarbeitern der Bahn eine höhere Effizienz: "Es gibt mittlerweile viele regionale Bahngesellschaften, die zeigen, wie es gehen kann. Da ist dann zum Beispiel ein Lokführer nicht nur dafür verantwortlich, den Zug zu steuern - sondern kann in den Zugabteilen auch einmal aufräumen oder auf einem kleinen Bahnhof mit anpacken." Bei einem großen Konzern wie der Bahn sei dies zwar schwieriger, aber in diese Richtung müsse der Konzern langfristig denken.
Der neue Bahn-Manager spricht sich außerdem für eine weitere Privatisierung des Konzerns aus: "Für mich ist wichtig, dass der Bund bei der Bahn weiter das Sagen hat - also die Mehrheit der Anteile besitzt. Das heißt: Die Obergrenze der Privatisierung liegt für mich bei 49,9 Prozent."
Hansen hatte vergangene Woche seinen Wechsel von der Gewerkschaft Transnet zur Bahn bekanntgegeben. Sein Schritt war weithin als Belohnung für die loyale Unterstützung des Privatisierungskurses von Bahn-Chef Hartmut Mehdorn kritisiert worden.
In der Bahngewerkschaft Transnet wächst derweil der Unmut. Unmittelbar vor der für den heutigen Freitag geplanten Wahl des neuen Gewerkschaftsvorsitzenden hat die Basisorganisation "Bahn von unten" den Rücktritt des gesamten Transnet-Vorstands gefordert.
Der Vertreter der Initiative sagte der "Berliner Zeitung": "Die Transnet-Mitglieder müssen die Gewerkschaft wieder unter ihre Kontrolle bekommen." Nach Auffassung der Initiative hat sich der Vorstand von Transnet, insbesondere Hansen, "über den klaren Willen der Mitgliedschaft" hinweggesetzt.
Oefinger betonte: "Es gab keine ehrliche Debatte bei Transnet über Pro und Contra der Privatisierung." Weder die Bahnprivatisierung noch die Privatisierung anderer wichtiger Bereiche der Daseinsvorsorge würden Vorteile für Mitarbeiter, Kunden oder die Allgemeinheit bringen. Die Bahn könne ihren Finanzbedarf der nächsten Jahre auch anderweitig decken: "Wenn der Staat locker mal eine zweistellige Milliardensumme aufbringt, um in Turbulenzen geratene Banken zu retten", erklärte Oefinger, "muss er auch in der Lage sein, das Schienennetz auszubauen und die Bahn weiter zu entwickeln."
kaz/ddp/Reuters
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