Düsseldorf - Die Allianz könnte massive Probleme bekommen: Rund ein Drittel der 10.000 niedergelassenen Agenturen habe große wirtschaftliche Probleme, sagte ein Manager des Unternehmens der "Wirtschaftswoche".
Auch die Zahl der Kündigungen nehme deutlich zu. Nach Informationen aus dem Unternehmen haben im vergangenen Jahr allein in Bayern rund 15 Prozent der Agenturen ihren Vertrag mit der Allianz gekündigt.
Als Gründe für die Probleme nannte das Magazin die weiter steigenden Vorgaben für die Agenturen bei gleichzeitigem Personalabbau bei der Allianz. Dies führe zu immer längeren Abwicklungszeiten. Allein in Nordwestdeutschland sollen derzeit 54.000 Verträge und Schäden unbearbeitet sein, weil das Personal fehle. Die Agenturen leiden laut "Wirtschaftswoche" vor allem unter der mangelnden Qualifikation der Vertreter und rigiden Vorgaben der Allianz.
Ein Unternehmenssprecher räumte dem Bericht zufolge ein, dass beim Unternehmensumbau "Arbeitsrückstände entstanden sind". Seit Ende 2007 aber liefen die Systeme "stabil". Die Arbeitsrückstände lägen "bundesweit betrachtet leicht über Vorjahresniveau". Man sei zuversichtlich, dass es gelinge, die "Rückstände Schritt für Schritt in den Griff zu bekommen und die Auswirkungen für unsere Kunden und Vertreter so gering wie möglich zu halten".
Die Allianz ist einer der weltgrößten Versicherungs- und Finanzdienstleistungskonzerne mit Sitz in München. Das Unternehmen ist im Dax
gelistet. Es erzielte im Jahr 2006 einen Gesamterlös von gut 101 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von mehr als sieben Milliarden Euro.
Ein Konzernsprecher wies die Darstellung der "Wirtschaftswoche" zurück. "Die Kündigungsquote ist bei unseren Vertretern seit etwa zehn Jahren stabil und liegt im unteren einstelligen Bereich", sagte er zu SPIEGEL ONLINE. "Auch die Zahlen der letzten zwei Jahre, in denen wir unseren Neuordnungsprozess durchführen, liegen im Mittel." Dies treffe auch für Bayern zu.
Der Vertrieb "über unsere Ausschließlichkeitsorganisation" sei für die Allianz nach wie vor der wichtigtse Absatzweg. Hier werde deshalb kräftig investiert. "Wir planen in diesem Jahr etwa 2000 Neueinstellungen", sagte der Sprecher. Außerdem werde eine eigene Außendienstakademie gegründet.
ssu/ddp
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