Hamburg - Einem Bericht des "Tagesspiegel" zufolge hat sich der Metropolitan Police Service in der britischen Hauptstadt für Software von SAP entschieden. Damit will die Londoner Polizei mit Sitz am berühmten New Scotland Yard künftig ihre Ressourcen verwalten. Das Rechnungswesen der Londoner Polizei wird schon heute mit Hilfe von SAP-Produkten abgewickelt.
SAP-Co-Chef Henning Kagermann sagte in Berlin, der Software-Markt sei - auch was Übernahmen kleiner, unabhängiger Hersteller betreffe - noch nicht vollständig zwischen den großen Anbietern SAP, IBM und Oracle aufgeteilt. Er bekräftigte die Erwartung, dass SAP die Zahl seiner Kunden bis zum Jahr 2010 auf rund 100.000 hochschrauben werde. Dies solle auch durch weitere Übernahmen geschehen. "Das Ziel werden wir erreichen", sagte der Manager. Derzeit zähle SAP knapp 70.000 Kunden.
Einen neuen Auftrag erhielt SAP auch von Daimler
. Das Software-Unternehmen soll die IT-Landschaft des Autobauers standardisieren. Zum Volumen des Fünfjahresvertrages wurden keine Angaben gemacht.
Auch Kabel Baden-Württemberg setzt zur Verwaltung seiner rund 2,3 Millionen Abonnenten künftig auf SAP, ebenso der Bayer-Konzern mit der Sparte Material Science, teilte das Softwareunternehmen mit.
"Wir gehen davon aus, dass wir noch lange Zeit auch künftig weiter zweistellig wachsen werden", sagte der Co-Vorstandssprecher und designierte SAP-Chef Leo Apotheker der "Börsen-Zeitung". Dem vor allem in den USA schwierigeren Geschäft will der Manager auch weiterhin mit einem "global ausgewogenen" Geschäftsmodell begegnen und verwies dabei auf den Boom in den BRIC-Ländern Brasilien, Russland, Indien und China. Der Umsatz mit Software und softwarebezogenen Dienstleistungen soll um 24 bis 27 Prozent steigen.
Apotheker versicherte, auch künftig Software sowohl von der Stange als auch nach Maßanfertigung zu verkaufen. Darüber hinaus sehe SAP die Möglichkeit, ab 2009 zusätzlich durch Firmenzukäufe zu expandieren. Allerdings könne keine Software-Firma auf Dauer nur von Zukäufen leben, bemerkte er mit Blick auf die relativ hohe Akquisitionsquote des größten Wettbewerbers Oracle
. Nicht zufrieden zeigte sich Apotheker mit dem Aktienkurs angesichts der "sehr guten" SAP-Fundamente. Er verwies aber auf die gegenüber fast allen großen Software-Unternehmen immer noch hohe Prämie der SAP-Aktie.
Zunächst wolle SAP aber die für 4,8 Milliarden Euro gekaufte französisch-amerikanische Business Objects integrieren. "Ich denke, das ist bis Ende des Jahres geschafft", sagte Apotheker. "Wenn das abgeschlossen ist, sehen wir weiter." Der Milliardenkauf war als Abkehr von der Strategie von SAP gewertet worden, nur kleine Unternehmen mit besonderen technologischen Fähigkeiten zu kaufen.
Der bisherige Vertriebschef Apotheker war Anfang April zum Co-Vorstandschef befördert worden und soll im Mai 2009 Kagermann an der Unternehmensspitze ablösen. Auf langfristige Ziele über 2010 hinaus wollte er sich nicht festlegen: "Dazu wird sich der Vorstand im Jahr 2009 äußern. Heute ist die Frage verfrüht."
An der Frankfurter Börse setzte sich die SAP-Aktie
gegen den schwachen Markttrend zunächst an die Dax-Spitze.
feh/dpa/dpa-AFX/Reuters
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