Wirtschaft



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28.05.2008
 

Gesundheit

Krankenkassen fehlt eine Milliarde Euro

Neues Milliardenloch bei der gesetzlichen Krankenversicherung: Laut "Bild"-Zeitung fehlt den Kassen fast eine Milliarde Euro - schon im Juli seien Beitragserhöhungen nicht auszuschließen. Experten sehen die Entwicklung weniger dramatisch.

Berlin - Fast eine Milliarde Euro Defizit haben die gesetzlichen Krankenkassen im ersten Vierteljahr erwirtschaftet. Das berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Insider der Krankenkassen.

Versichertenkarten: Steuerzuschuss von insgesamt 2,5 Milliarden Euro
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DPA

Versichertenkarten: Steuerzuschuss von insgesamt 2,5 Milliarden Euro

Grund für das Milliardendefizit ist demnach ein kräftiger Anstieg der Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherungen. Allein die Orts-, Ersatz- und Innungskassen hätten im ersten Quartal 702 Millionen Euro mehr ausgegeben als an Beiträgen eingenommen. Bei den Betriebskrankenkassen wird das Defizit auf knapp 300 Millionen Euro geschätzt.

Der Fehlbetrag ist demnach höher als im Vorjahreszeitraum. Laut "Bild"-Zeitung sagte ein Insider: "Wahrscheinlich werden einige Kassen bereits zum 1. Juli ihre Beiträge wieder erhöhen."

Experten widersprechen jedoch dieser Darstellung. Laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" vom vergangenen Dienstag sind die Kassen nicht besorgt: Im zweiten Quartal würde ihnen die erste Hälfte des Steuerzuschusses in Höhe von zusammen 2,5 Milliarden Euro überwiesen - damit sei das Defizit gedeckt.

Bei den Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) stieg der Verlust trotz höherer Einnahmen im ersten Quartal bundesweit von 48 Millionen Euro im Vorjahr kräftig auf 172 Millionen, berichtete der Bundesverband am vergangenen Montag. Die Leistungsausgaben stiegen um 4,6 Prozent je Mitglied (Vorjahreszeitraum: 2,5 Prozent), die Einnahmen nur um 3,8 Prozent (5,5 Prozent). Die Ausgaben für die 24 Millionen AOK- Versicherten stiegen bei Arzneimitteln, Ärzten, Heil- und Hilfsmitteln, Fahrtkosten und häuslicher Krankenpflege. Für das gesamte Jahr rechne die AOK aber weiter mit einem positiven Ergebnis und stabilen Beitragssätzen.

Insbesondere auf die Halbjahreszahlen in der gesetzlichen Krankenversicherung warten Beobachter mit Spannung, da von ihnen Anhaltspunkte erwartet werden für den weiteren Finanzbedarf der Kassen. Je höher dieser ausfällt, desto höher müsste die Bundesregierung im Herbst den Beitragssatz für 2009 festlegen. Zum Start des Gesundheitsfonds neun Monate vor der Bundestagswahl soll erstmals bundesweit ein einheitlicher Beitragssatz gelten.

fat/dpa/ddp/AP

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