Wirtschaft



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28.05.2008
 

Steuerhinterziehung

Würth kommt mit Geldstrafe davon

Milde Strafe für den Schraubenmilliardär: Der baden-württembergische Unternehmer Würth ist wegen Steuerhinterziehung lediglich zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Allerdings gilt der Unternehmer jetzt als vorbestraft.

Stuttgart - So richtig zufrieden mit dem Urteil klangen die Staatsanwälte in Stuttgart nicht. Immerhin: Reinhold Würth gelte nun als vorbestraft, beeilten sie sich zu kommentieren. Das Amtsgericht Heilbronn hatte am Mittwoch gegen den Unternehmer einen Strafbefehl in Höhe von 700 Tagessätzen verhängt. Die konkrete Höhe der Geldstrafe wurde allerdings nicht genannt. Sollte die höchst mögliche Summe von 5000 Euro verhängt worden sein, müsste Würth 3,5 Millionen Euro zahlen.

Schraubenmilliardär Würth: "Übernehme Verantwortung"
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Schraubenmilliardär Würth: "Übernehme Verantwortung"

Der Unternehmer soll Steuern hinterzogen haben, indem für den Gesamtkonzern angefallene Kosten nicht den jeweils verursachenden Konzerngesellschaften zugeordnet, sondern im Wesentlichen nur bei einer Gesellschaft gewinnbringend verbucht wurden. Bei der Bemessung der Geldstrafen habe man berücksichtigt, dass der Steuerschaden wieder gutgemacht wurde, erklärte die Staatsanwaltschaft.

In einer Erklärung ließ Würth mitteilen, er habe sich "nach sehr reiflicher Überlegung bereit erklärt, die Verantwortung für offensichtlich strittige und komplexe Fragen der Besteuerung der Würth-Gruppe zu übernehmen". Damit schütze er sein Unternehmen nicht zuletzt vor den belastenden Auswirkungen jahrelanger Prozesse und Auseinandersetzungen in der Öffentlichkeit.

Die Staatsanwaltschaft verhängte gegen einen weiteren Beschuldigten aus der Firmengruppe einen Strafbefehl über 700 Tagessätze sowie gegen einen Dritten 600 Tagessätze. Gegen drei weitere Vertreter von Gesellschaften der Würth-Gruppe seien die Ermittlungen gegen Zahlung von Geldauflagen in Höhe von insgesamt 1,5 Millionen Euro eingestellt worden.

Die Ermittlungen zu den Vorwürfen liefen seit 2006. Würth hat aus seinem Familienunternehmen einen riesigen Konzern mit rund 60.000 Mitarbeitern geformt. Deutschlandweit bekannt wurde Würth auch durch seinen Auftritt in einer TV-Werbespot-Reihe des Landes Baden-Württemberg mit dem Slogan "Wir können alles - außer hochdeutsch".

sam/AFP/dpa

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