Berlin - Der von der Solarbranche befürchtete Subventions-Kahlschlag ist vom Tisch. SPD und Union einigten sich auf neue Fördersätze für das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Demnach sollen die Hilfen für neue Dach-Solaranlagen 2009 und 2010 jeweils um acht Prozent und 2011 um neun Prozent sinken. Das sagte der SPD-Abgeordnete Hermann Scheer. Teile der Union hatten eine Kappung um bis zu 30 Prozent gefordert.
Die Vereinbarung wurde in der Branche mit Erleichterung aufgenommen. An der Börse legten Solarwerte deutlich zu. Die Aktie von Solarworld
gewann 7,9 Prozent, bei Solon
betrug das Plus 5,7 Prozent, die Titel von Q-Cells legten 6,8 Prozent zu und bei Phoenix Solar waren es 8,4 Prozent.
Bei Windstrom wird die Koalition die Förderung sogar erhöhen - und zwar noch stärker als vom Umweltministerium zunächst geplant. Gleiches gilt für Biomasse-Anlagen. Genaue Zahlen wurden hier aber noch nicht genannt. Nach Angaben des stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden Ulrich Kelber könnte die Gesetzesnovelle schon in der kommenden Woche im Parlament beraten werden.
Solarworld-Chef Frank Asbeck nannte die neuen Fördersätze erträglich. "Damit kann die Branche leben." Die Solarunternehmen in Deutschland hätten das Ziel, Sonnenstrom bis 2015 wettbewerbsfähig zu machen. Auch Analysten werteten die Einigung positiv: Die WestLB stufte die Titel von Solarword von "hold" auf "buy" hoch.
Ökostrom wird zu gesetzlich festgelegten Fördersätzen ins Netz eingespeist. Die Preisdifferenz zu konventionellem Strom wird durch eine Umlage auf alle Verbraucher verteilt.
wal/Reuters
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