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Hamburg - Nicht nur Journalisten und Aufsichtsräte waren im Visier: Aus einem Fax der Firma Network geht hervor, dass möglicherweise auch die Überwachung einer nicht unwichtigen Regulierungsbehörde in Bonn geplant gewesen sein soll - damit kann eigentlich nur die Bundesnetzagentur gemeint sein.
Ein Sprecher der Telekom lehnte einen Kommentar dazu ab, verwies auf die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft: "Wir können zu Details nicht Stellung nehmen." Network war die Firma, die für die Telekom Telefondaten von Aufsichtsräten und Journalisten auswertete.
Der "Frankfurter Rundschau" zufolge könnte die Telekom bei der Bespitzelung von Journalisten auch auf Daten anderer Kommunikationsunternehmen zurückgegriffen haben. So habe ein von der Telekom überwachter Journalist ein Mobiltelefon des Konkurrenten E-Plus benutzt. E-Plus-Sprecher Guido Heitmann sagte dem Blatt, sein Unternehmen müsse zu Abrechnungszwecken Gesprächsdaten an die Telekom liefern. Dies geschehe jeden Tag millionenfach. Da ein Großteil der Telefonate in Deutschland das Netz der Telekom berühre, bekomme die Telekom zur Abrechnung auch fast alle Daten.
Zudem habe eine simulierte Attacke auf die IT-Infrastruktur durch interne Hacker nach Einschätzung der Prüfer "ernstzunehmende Schwächen" erkennen lassen: Die Angreifer hätten auf finanzielle oder kundenbezogene Daten zugreifen und diese manipulieren können, heißt es laut "Financial Times Deutschland" in dem streng vertraulichen Bericht für das Telekom-Management. Chef von T-Mobile war damals der heutige Telekom-Vorstandsvorsitzende René Obermann.
Ein Konzernsprecher sagte, dass die 2006 im Rahmen der Untersuchungen festgestellten Mängel inzwischen behoben seien. "Unsere Kundendaten sind grundsätzlich sicher", sagte er. Die Erkenntnisse von 2006 stünden zudem in keinem Zusammenhang mit den aktuellen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Obermann hatte nach Bekanntwerden der Spitzelaffäre gesagt, er habe erstmals im Sommer 2007 von Ermittlungen gegen Journalisten erfahren.
Die Untersuchung, die Telekom-intern unter dem Projektnamen "Linda" lief, sei seinerzeit von Obermann angestoßen worden, sagte der Sprecher. Anlass für die Untersuchung sei ein im gleichen Jahr bekanntgewordener Abhörskandal in Griechenland gewesen, bei dem Handy-Gespräche von Politikern belauscht wurden.
ase/dpa-AFX /ddp
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