Wirtschaft



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08.06.2008
 

Energie

Umweltministerium befürchtet Anstieg der Gaspreise um 40 Prozent

Die Gaspreiserhöhung um 25 Prozent gilt als ausgemachte Sache. Doch damit nicht genug: Das Umweltministerium erwartet, dass im Herbst die Tarife noch einmal um bis zu 40 Prozent steigen könnten. Sozialpolitiker melden bereits Ansprüche an.

Berlin - Wenn es tatsächlich so kommen sollte, wäre die Bezeichnung "dramatisch" noch untertrieben. "Über die bereits bekanntgewordenen 25 Prozent hinaus kann es im Herbst noch einmal eine Erhöhung des Gaspreises um bis zu 40 Prozent geben", sagte der parlamentarische Staatssekretär im Umweltministerium, Michael Müller (SPD), der "Welt am Sonntag". Gründe seien die Koppelung an den Ölpreis und Spekulation an den Spotmärkten. "Die Energieunternehmen erhöhen die Preise für Gas immer erst mit einer Verzögerung von mehreren Monaten", sagte Müller. Am Freitag hatte der Ölpreis mit mehr als 139 Dollar pro Barrel ein neues Rekordhoch erreicht.

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DPA

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Ende Mai hatte der Branchenverband BDEW die Verbraucher bereits auf einen Preisanstieg von rund 20 Prozent vorbereitet. Nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen plante E.on sogar eine Anhebung von 25 Prozent. "Wir können erwarten, dass die Zeit der billigen Energie erst mal vorbei sein wird. Der Preis wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auf dem heutigen hohen Niveau bleiben", sagte Verbandspräsident Michael Feist.

Die Preisbindung von Öl und Gas findet Umweltpolitiker Müller allerdings nicht mehr zeitgemäß. "Die Bundesregierung sollte prüfen, ob sie in Abstimmung mit der Europäischen Union eine Strategie zur Entkopplung erarbeitet, damit es zu einer kostengerechten Preisentwicklung kommt, die spekulative Überhöhungen ausschließt." Müller begleitet in der kommenden Woche mit einer Wirtschaftsdelegation Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) nach Russland. Dort wollen sie über Umwelttechnologien und Rohstoffpartnerschaften sprechen.

Auch der Energieexperte der SPD-Fraktion, Ulrich Kelber, befürchtet einen weiteren Anstieg des Gaspreises. Die Politik dürfe die Verbraucher mit den Auswirkungen nicht allein lassen. "Wir müssen uns um eine andere Preisgestaltung kümmern", sagte Kelber der "Welt am Sonntag". Als Beispiele nannte er Sozialtarife für Energie und eine Entfernungspauschale für Geringverdiener. "Vor allem aber müssen wir den Menschen helfen, ihren Energieverbrauch zu senken", sagte Kelber.

SPD-Sozialpolitiker gehen davon aus, dass infolge der Preissteigerungen im Herbst die Hartz-IV-Regelsätze angehoben werden müssen. Das bedeute Mehrausgaben für die öffentlichen Haushalte. Eine Erhöhung sei dringend geboten, sagte der Parteilinke Ottmar Schreiner dem Blatt. Seit 2005 seien die Hartz-IV-Sätze um nur zwei Euro gestiegen. Schreiner berief sich auf eine Studie des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, der vor geraumer Zeit eine Erhöhung von Hartz IV um 70 Euro verlangt habe.

In Südkorea sollen ärmere Bürger staatliche Unterstützung beim Benzinkauf erhalten. Für die kommenden zwölf Monate würden umgerechnet 6,5 Milliarden Euro bereitgestellt, mit denen Benzin-Mehrkosten für einkommensschwache Bürger abgefedert werden sollten, teilte die Regierung am Sonntag mit. Man gehe davon aus, dass etwa ein Viertel der 49 Millionen Südkoreaner in den Genuss der Hilfen kommen würden. Mit dem Geld solle etwa die Hälfte der Mehrkosten aufgefangen werden, die den Bürgern entstünden.

Es seien weder Steuererhöhungen noch eine Ausweitung der Verschuldung erforderlich, um das Paket zu finanzieren. Vielmehr sollten Haushaltsüberschüsse aus dem vergangenen Jahr und erwartete Überschüsse des kommenden Jahres dafür genutzt werden. Südkorea ist das Land mit dem weltweit fünfthöchsten Ölverbrauch.

Anbieterwechsel - so funktioniert's

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Der Wechsel des Stromanbieters ist sehr einfach. Für die Formalitäten braucht man nur wenige Minuten. Im Kern gilt das Gleiche auch für Gaskunden, wobei der Markt hier aber erst langsam in Bewegung kommt. Wechselwillige Kunden sollten Folgendes beachten.

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mik/AFP/ddp/dpa/Reuters

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