Wirtschaft



  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
11.06.2008
 

Enttäuschte Familien

Die Wahrheit über das Elterngeld

Von Anselm Waldermann

Mit großen Versprechungen führte Familienministerin von der Leyen das Elterngeld ein. Heute herrscht Ernüchterung: Mütter und Väter bekommen weit weniger Geld als erhofft, oft fehlen ihnen Hunderte Euro. Steuern, Sozialabgaben, Partnermonate - SPIEGEL ONLINE macht den Praxistest.

Hamburg - Das Elterngeld ist eine Erfolgsgeschichte. Zumindest für seine Erfinderin, Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU). Kein Projekt der Großen Koalition fand ähnlich viel Anerkennung, kein Politiker wurde gelobt wie sie, die Geburtenrate schnellte auf den höchsten Stand seit 17 Jahren. Also alles bestens?

Familienministerin von der Leyen: "Das Elterngeld ist ein Renner"
REUTERS

Familienministerin von der Leyen: "Das Elterngeld ist ein Renner"

Kaum. Denn wenn es konkret wird, sind viele Mütter und Väter enttäuscht. Sie planen, grübeln, rechnen - und stellen am Ende fest, dass sie weit weniger Elterngeld bekommen als erwartet. Oft fehlen mehrere hundert Euro, weil die Behörden anders kalkulieren als die Bürger. In Internet-Foren klagen Tausende über ihre Probleme. Manche verzweifelt, manche wütend.

Dabei klingt die Idee so gut: Wer ein Kind bekommt, darf seine Arbeit einige Monate ruhen lassen, das Elterngeld soll den Verdienstausfall kompensieren. Eingeführt wurde die Regelung am 1. Januar 2007. Seitdem nahmen mehr als 700.000 Menschen die staatliche Leistung in Anspruch, rund zwölf Prozent davon waren Männer. "Das Elterngeld ist ein Renner", sagt Ministerin von der Leyen.

Tatsächlich aber werden Mütter und Väter mit halbwahren Verheißungen gelockt. Das Elterngeld sei steuerfrei, beteuert das Familienministerium. Abgaben seien ebenfalls nicht zu entrichten, außerdem könne man die Leistung bis zu 14 Monate lang beziehen. Die Realität sieht in den meisten Fällen anders aus.

Viele Eltern werden erst dann mit der Wahrheit konfrontiert, wenn ihr Kind auf der Welt ist. Spätestens beim Ausfüllen des Elterngeldantrags merken sie: Die Familienministerin hat zu viel versprochen.

SPIEGEL ONLINE analysiert die größten Irrtümer rund ums Elterngeld.

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 453 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
30.06.2009 von Stramonium:

Das Thema ist längst wieder eingeschlafen, war eh nur ein ideologisches Thema das Postfeministen. Sowas verläuft sich sehr schnell. mehr...

24.07.2008 von libertarian:

Das ist doch typisch fuer den "Sozialstaat" in Deutschland. Alles schoen mit der Giesskanne (auf Pump) verteilen und diejenigen, die wirklich Unterstuetzung brauchen, stehen am Ende im Regen. Ich sehe sowas ach [...] mehr...

24.07.2008 von Laotse: Frühgeburt

Zunächst sollte einmal Klarheit über die Bezugsdauer bestehen. Meine Frau erhält nach Frühgeburt genau 7,75 Monate Elterngeld. Das ist die maximale Bezugsdauer ! Warum ? - Vor der Geburt hat sie keinen Mutterschaftsurlaub [...] mehr...

23.07.2008 von libertarian:

Das ist eine nachvollziehbare Rechenweise. Siehe unten. Hoeren Sie mir bloss mit dem auf! Das sehe ich sportlich. Das laesst sich jetzt so pauschal nicht beantworten. Es gibt kein Kindergeld und auch keine [...] mehr...

23.07.2008 von dbalzert:

Vielen Dank!!! Vom Staat finanziert ? Ja, unmittelbar schon, aber mittelbar haben wir jetzt ueber 10 Jahre lang Steuern und Sozialabgaben gezahlt. Jeder von uns beiden. Wenn wir jetzt ein Kind in die Welt setzen und dann [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft

© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP