Wirtschaft



  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
13.06.2008
 

Kooperation im Werbegeschäft

Yahoo und Google werden Partner

Die Übernahme von Yahoo durch Microsoft ist endgültig geplatzt - nun will der Internet-Konzern mit Google zusammenarbeiten. Nur Stunden nach dem offiziellen Ende des Fusionspokers kündigte Yahoo eine Werbekooperation mit dem Erzrivalen an.

Washington - Nach fünfmonatigem Fusionspoker ist die Übernahme des Internet-Portals Yahoo durch Microsoft gescheitert. Yahoo erklärte die Übernahmegespräche mit dem Softwareriesen am Donnerstag für beendet und kündigte an, unabhängig seine eigene Firmenstrategie fortzusetzen. Bei "Gesprächen in den vergangenen Tagen" habe Microsoft sein Angebot zurückgezogen, Yahoo oder Teile von Yahoo zu erwerben, teilte Yahoo in einer Erklärung mit. Kurz darauf kündigten Yahoo und Google eine Partnerschaft an.

Yahoo-Zentrale in Kalifornien: Partnerschaft mit dem Erzrivalen
Zur Großansicht
AP

Yahoo-Zentrale in Kalifornien: Partnerschaft mit dem Erzrivalen

Nach Angaben von Yahoo hatten die Microsoft-Unterhändler bei einem Treffen am Sonntag klar gemacht, dass sie nicht länger am Kauf des Gesamtunternehmens interessiert seien. Microsofts Wunsch, die Yahoo-Suchmaschine separat zu kaufen, sei abgelehnt worden. Microsoft Chart zeigen hatte im Februar rund 45 Milliarden Dollar (30 Milliarden Euro) für Yahoo Chart zeigen geboten. Yahoo lehnte das als zu niedrig ab. Daraufhin zog Microsoft sein Angebot zurück, strebte dann aber zunächst eine "andere Form der Zusammenarbeit" an. Dies ist nun gescheitert.

Kurz nach Bekanntwerden der Nachricht über das Scheitern der Übernahmegespräche stürzte die Yahoo-Aktie um mehr als zwölf Prozent auf etwa 22 Dollar ab. Als der Konzern dann aber nach Handelsschluss in New York eine Allianz mit Google verkündete, legten die Papiere wieder zu und kosteten nachbörslich 24 Dollar.

Nur zwei Stunden nach dem endgültigen Ende der Fusionsgespräche gaben die beiden führenden Online-Suchmaschinen Yahoo und Google Chart zeigen in Sunnyvale im US-Bundesstaat Kalifornien bekannt, eine vier- bis zehnjährige Partnerschaft eingehen zu wollen. Yahoo erhofft sich Mehreinnahmen in Höhe von jährlich 800 Millionen Dollar durch Übernahme von Google-Werbebanner.

Kartellrechtliche Bedenken

Die Partnerschaft soll zunächst auf vier Jahre angelegt werden und sieht eine Verlängerungsoption auf bis zu zehn Jahre vor, sie ist auf die USA und Kanada begrenzt. Yahoo darf parallel ähnliche Partnerschaften mit anderen Anbietern eingehen. Sollte Yahoo in den kommenden zwei Jahren verkauft werden, erhält Google 250 Millionen Dollar. Zunächst muss die Partnerschaft jedoch kartellrechtlich geprüft werden, daher wollen Yahoo und Google dreieinhalb Monate mit dem offiziellen Start ihrer Zusammenarbeit warten.

Kartellrechtliche Bedenken bestehen, da Yahoo und Google mit mehr als 50 Prozent Marktanteil die Großverdiener auf dem weltweiten Online-Werbemarkt sind. Der Markt hatte 2007 ein Volumen von rund 40 Milliarden Dollar und dürfte nach Schätzungen bis 2010 auf 75 Milliarden anwachsen. Bereits heute laufen über beide Suchmaschinen 75 Prozent der Online-Recherchen. Google beherrscht den Online-Werbemarkt, gefolgt von Yahoo und Microsoft.

Google-Chef Eric Schmidt erklärte am Donnerstag, die Unternehmensallianz werde dazu beitragen, die Dynamik und der Wettbewerb auf dem Online-Werbemarkt zu wahren. Yahoo hofft, mit der Partnerschaft weitere Vorstöße des US-Milliardärs Carl Icahn zum Verkauf des Unternehmens an Microsoft zu verhindern.

phw/AP/Reuters/AFP

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft

© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP