Wirtschaft



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13.06.2008
 

Sparkurs

Post gibt ihr Filialnetz bis 2011 komplett auf

Die Post spart: Das Filialnetz soll in den kommenden drei Jahren komplett vom Einzelhandel übernommen werden. Die betroffenen Mitarbeiter hinter den Schaltern sollen anderweitig im Konzern unterkommen.

Hamburg - Die Deutsche Post will ihr verbliebenes Filialnetz bis Ende 2011 nahezu komplett auf private Postagenturen umstellen. Damit will der Konzern die Kosten für die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung im Griff behalten. Zugleich will der Konzern sein Versorgungsnetz ausbauen.

Postfiliale: Bis zum 2011 in privater Hand
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AP

Postfiliale: Bis zum 2011 in privater Hand

Die noch bestehenden 750 ehemaligen Postämter sollten in private Partner-Filialen vor allem im Einzelhandel umgewandelt werden, erklärte ein Post-Sprecher am Freitag und bestätigte damit einen Bericht des Bielefelder "Westfalen-Blatts". Bereits im März hatte die Post angekündigt, die Umwandlungen fortzusetzen.

Mit der 1994 begonnen Umwandlung der Postämter in vor allem von Einzelhändlern betriebenen Postagenturen solle das Filialnetz wirtschaftlicher werden. Durch die Umwandlungen spare der Konzern Geld. Gleichzeitig würden durch die Umwandlungen die Öffnungszeiten der Filialen verlängert.

Ein Post-Sprecher sagte, unter dem Strich mache diese Entwicklung auch für die Post-Kunden Sinn. Wichtig sei für den Kunden, dass er seine Dienstleistungen bekomme, und nicht, ob er sie von einem Schalterbeamten erhalte. Es gibt bereits mehr als 7200 private Post-Agenturen, die schrittweise die klassischen Post-Filialen - frühere Postämter - ersetzt haben. Außerdem gibt es noch mehrere tausend kleinere "Post-Service-Shops" und "Postpoints" mit begrenzten Angeboten.

Betroffen sind von der Umwandlung mehr als 2000 Mitarbeiter. Laut Unternehmensangaben soll es aber keine Entlassungen geben. Die Mitarbeiter würden an anderer Stelle im Konzern eingesetzt.

Bisher war von der Post in Planungen bis 2011 angekündigt worden, dass von den rund 750 mit eigenem Personal betriebenen Filialen künftig nur noch rund hundert größere Filialen von der Post in eigener Regie weiter betrieben würden. Nun sollen alle eigenen Filialen geschlossen werden - soweit dies auch technisch machbar ist.

Denn es gebe auch Einzelfälle auf dem flachen Land, in denen die Post nach den Auflagen zu einem Universaldienst zwar einen Standort haben müsse, eine Umwandlung aber nicht möglich sei, weil es etwa kein Geschäft oder keine Tankstelle vor Ort gebe, sagte der Post-Sprecher.

Die Post bietet ihre Dienstleistungen in bundesweit mehr als 13.500 Filialen an. Zudem verfügt der Konzern über mehr als 100.000 Briefkästen. Hier gehe der Trend in Richtung Ausbau, betonte Briefvorstand Jürgen Gerdes. Die Post ist per Gesetz zur flächendeckenden Versorgung der Bevölkerung verpflichtet.

Deutlich vergrößert werden soll der Post zufolge das Netz der Geschäftspost-Annahmestellen. Für das profitable Geschäft mit gewerblichen Kunden soll die Zahl der Annahmestellen von derzeit 200 auf 1000 bis zum Ende des Jahres steigen. Auch die Zahl der Paketboxen und Packstationen soll deutlich erhöht werden.

kaz/Reuters/dpa/AFP

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