Von Arne Gottschalck
Hamburg - Es war eine Woche wie gemacht für Sportkommentatoren: Griechenland und seine fußballerische Abwehr gehen bei der Europameisterschaft unter, der Stern Spaniens geht einmal mehr auf. Fußball-Deutschland hofft dagegen auf den Titel. Und Anlage-Deutschland? Es schweigt. Wirklich prägende Entwicklungen gibt es dieser Tage nicht.
Bei der Fondsgesellschaft Blackrock gibt man sich in einem Strategiepapier eher diplomatisch. Sind Aktien noch attraktiv? Wir glauben ja, so die Antwort. Das haben wir schon einmal überzeugter gehört.
Andere sehen selbst Positives in negativem Licht. Die Experten von Axa Investment Managers zum Beispiel. Sie legten ein Strategiepapier vor, in dem es heißt, Deutschland habe im ersten Quartal 2008 "Spektakuläres" geleistet, indem es sein Wachstum auf 2,6 Prozent hochschraubte.
Nun aber werde Deutschland einem echten Härtetest unterzogen. Denn der sich abschwächende Export und die Kaufunlust der Deutschen würden die Wirtschaftskraft schwächen. Für die Aktien hieße das Obacht.
Noch kritischer scheinen es die Privatanleger zu sehen, sie ziehen sich zunehmend von der Börse zurück. Gab es 2005 noch 10,8 Millionen Aktien- und Fondsbesitzer, waren es 2007 nur noch 10,1 Millionen. Und die Rechnung umfasst noch nicht einmal die rauen ersten Monate des Jahres 2008.
Finanzaktien sind die Verlierer
Haben sich die Anleger etwa an die Börsen-Bauernregel "Sell in May and go away" gehalten? Nein, sie verlassen die Börse aus allen möglichen Gründen. "Ursache des spürbaren Rückgangs der Aktionärszahlen im vergangenen Jahr, insbesondere im Bereich der Direktanlage, dürfte die Kombination aus der Finanzkrise und dem Beschluss zur Einführung Abgeltungsteuer gewesen sein", sagt Petra Kachel vom Deutschen Aktieninstitut (DAI). Und weiter: "Beides hat bei den ohnehin sensiblen deutschen Anleger zu einer starken Verunsicherung geführt, die vermutlich auch im 1. Halbjahr 2008 angehalten hat." Was sollte die Deutschen auch locken?
Finanzaktien? Die sind nach der Finanzkrise die Verlierer unter den Wertpapieren. Immobilienaktien? Immerhin verkauft das Land Nordrhein-Westfalen 93.000 Wohnungen an den Hedgefonds Whitehall. Energietitel wie E.on
? Die Rheinländer wollen ihre Netz AG auch für ausländische Anbieter öffnen. Könnte das nicht den Wert des Unternehmens steigern? Dem Spiel fehlt die Energie, urteilt die Börse. Bereits seit Mai stieg die Aktie nicht über 135 Euro.
Und überhaupt, was ist mit aussagestarken Kursbewegungen im Dax
? Nichts ist's - seit Mai hat sich der Kursstand des Index' kaum verändert.
Die Anleger handeln wie alle Menschen aus dem Bauch heraus. Die Psychologie führt zu seltsamen Kapriolen. Ob Herdentrieb oder Anchoring, der Bauch denkt mit, wissen Börsenpsychologen. Doch an der Börse ist er kein guter Ratgeber.
Beispiel Inflation. Freilich ist es übel, wenn die Preise dem Einkommen davonlaufen. Doch nur nach dem Staat zu rufen, reicht nicht. Vielmehr lassen sich in so einer Situation auch Chancen für die Anleger erkennen. Zwar glaubt offenbar kaum einer daran.
Doch es gibt sie, die Angebote, die der Inflationsfurcht trotzen. Inflationsgesicherte Anleihen zum Beispiel, als beinharte Defensive. Oder Aktien jener Unternehmen, deren Produktpreise von der Inflation gleichfalls nach oben gespült werden. Quasi die kontrollierte Offensive. Ölfirmen sind so ein Beispiel. Oder Wertpapiere von starken Firmen mit steten und sicheren Geldzuflüssen.
Abgesehen davon: Kein anderer als der Staat liefert die Steilvorlage, wieder an der Börse aktiv zu werden. Denn aufgrund der Abgeltungsteuer werden Aktieninvestments künftig weniger lukrativ - außer für jene, die langfristig planen und bereits noch in diesem Jahr einsteigen. Auch Experten erwarten einen Einmaleffekt.
"Die Abgeltungsteuer könnte im Jahr 2008 zu einer kurzfristige Belebung des Aktienmarktes führen, da die Wertzuwächse von bis Jahresende 2008 angeschafften Aktien und Aktienfonds auch in Zukunft abgeltungsteuerfrei bleiben", sagt Kachel von DAI. "Das ist ein Anreiz für verstärkte Käufe in 2008. Bei den Fondsinvestments lässt sich das bereits beobachten. Im April flossen netto drei Milliarden Euro in Aktienfonds, die im ersten Quartal noch einen starken Rückgang zu verzeichnen hatten."
Der Zeitpunkt zum Wiedereinstieg zumindest ist richtig, meinen Experten. Lorenzo Carcano, Fondsmanager bei Metzler: "Schwierige Marktphasen" seien das ideale Umfeld für Stockpicker, solche Anleger also, die sorgsam einzelne Aktien auswählen. Und zumindest eines sollte doch gerade der Fußball lehren - allein aus der Defensive lässt sich ein Spiel nicht gewinnen.
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Tja, die Deutschen anleger sind viel schlauer als man denkt. Die haben längst den Braten gerochen. Auf der Finanzwelt lastet unglaublich Druck ! Die Amerikaner haben über ihre Verhälntisse gelebt und das Jahre lang. Irgendjemand [...] mehr...
Seit wann kann man das Wetter ändern, indem man ein paar Gerüchte streut? mehr...
Wenn die Leute kein Geld haben, können sie auch keine Aktien kaufen. mehr...
...... Und der Wetterbericht wird in Wettenbericht umgetauft? rabenkrähe mehr...
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