Hamburg - Aktuell gibt der Ölpreis leicht nach, doch von einer dauerhaften Erholung sind die Märkte weit entfernt. Das ist zumindest die Einschätzung von deutschen Top-Managern. Laut einer Umfrage erwarten sie einen Anstieg des Ölpreises auf 150 Dollar pro Fass. Viele Spitzenkräfte stellen sich sogar auf 180 Dollar ein.
Zum Vergleich: Im Februar notierte der Ölpreis noch bei 90 Dollar. Ein Anstieg auf 180 Dollar würde also einer Verdoppelung entsprechen. Derzeit pendelt der Preis zwischen 130 und 140 Dollar.
Die Umfrage unter den Managern ist im Rahmen des "Handelsblatt"-Business-Monitors durchgeführt worden. Insgesamt wurden 500 Spitzenkräfte Anfang Juni befragt. Die Untersuchung wurde vom Marktforschungsinstitut Psephos im Auftrag des "Handelsblatt" und der Unternehmensberatung Droege & Comp geleitet.
Drei Viertel der Manager rechnen innerhalb der kommenden zwei Jahre mit einem Preis von 150 Dollar je Barrel Öl. "Knapp die Hälfte erwartet sogar ein Niveau oberhalb von 180 Dollar", berichtet die Zeitung.
Vor allem Manager aus der Luftfahrtbranche gaben an, sie sähen ihr Geschäft "stark belastet" durch diesen Trend. Ähnlich äußerten sich Vertreter der Energie- und der Chemieindustrie. Und auch die Autoindustrie leidet unter hohen Ölpreisen. Immerhin: Nach Einschätzung der deutschen Top-Manager federn der starke Euro und der robuste Export die Folgen der Preisexplosion ab.
Mit Spannung wird nun die von Saudi-Arabien angeregte Krisenkonferenz am Sonntag erwartet, an der Öl-Förderländer, Abnehmer und Konzerne teilnehmen. Sollte es dort nicht gelingen, die Preisblase zum Platzen zu bringen, rechnen auch internationale Experten mit dem Erreichen der 150-Dollar-Marke - und zwar schon bald.
Der hohe Ölpreis macht sich auch an der Tankstelle bemerkbar. Laut einem ADAC-Vergleich wird ein Sommerurlaub in diesem Jahr vor allem in den Niederlanden teuer. Dort kostet Superbenzin mit 1,69 Euro je Liter im europäischen Vergleich am meisten, berichtet die "Bild"-Zeitung. Höher als hierzulande sind die Preise auch in Belgien mit 1,58 Euro und in Dänemark mit 1,56 Euro je Liter Super.
Günstiger als in Deutschland tankt man derzeit in Italien, wo 1,52 Euro fällig werden, und in Frankreich mit 1,47 Euro. Am billigsten ist Sprit in Ungarn mit 1,16 Euro sowie in Spanien und Slowenien mit jeweils 1,18 Euro.
An Tankstellen in Deutschland kostete Superbenzin am Dienstag im bundesweiten Durchschnitt nach Informationen aus der Mineralölbranche 1,54 Euro. Diesel kostete rund 1,51 Euro pro Liter.
wal/AP
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