Paris - Das Urteil ist gefällt: Zu viereinhalb Jahren Haft wurde der Unternehmer und frühere Thüringer FDP-Landesvize Peter Wessely im EADS-Schmiergeldskandal verdonnert. Die Richter am Landgericht München I befanden ihn in sieben Fällen der Bestechung für schuldig, sagte eine Gerichtssprecherin. Wessely soll gemeinsam mit einem Partner zwei EADS-Mitarbeiter mit insgesamt 1,5 Millionen Mark geschmiert haben. Wessely hatte die Vorwürfe jedoch stets bestritten.
Auch im zweiten großen Skandal bei EADS
Gut soll unter anderem von den später bekannt gewordenen Lieferschwierigkeiten beim Riesen-Airbus A 380 gewusst haben. Wegen des gleichen Verdachts hatte die Justiz Ende Mai ein erstes Ermittlungsverfahren gegen Noël Forgeard eingeleitet: Der frühere EADS-Co-Chef soll ebenfalls in Kenntnis kursrelevanter Informationen einen Teil seiner EADS-Aktien verkauft und damit 4,3 Millionen Euro erzielt haben. Forgeard wurde nach der Vernehmung gegen Zahlung einer Kaution von einer Million Euro freigelassen.
Insgesamt hat die französische Finanzmarktaufsicht AMF 17 ehemalige und derzeitige EADS-Manager im Verdacht, sich mit Insiderwissen finanzielle Vorteile verschafft zu haben. Bei einem Verfahren drohen den Führungskräften zwei Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe, die bis zum Zehnfachen des erzielten Gewinns betragen kann.
cvk/AFP/dpa
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