Wirtschaft



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18.06.2008
 

Insiderhandel, Schmiergeld

EADS im Skandal-Strudel

Einer wird verurteilt, gegen viele andere ermittelt: Der Europäische Luftfahrtkonzern EADS ist gleich in mehrere Affären verwickelt. Ein Ex-Manager des Konzerns ist nun gegen Kaution wieder auf freiem Fuß. Ein Unternehmer wurde hingegen wegen Bestechung verurteilt.

Paris - Das Urteil ist gefällt: Zu viereinhalb Jahren Haft wurde der Unternehmer und frühere Thüringer FDP-Landesvize Peter Wessely im EADS-Schmiergeldskandal verdonnert. Die Richter am Landgericht München I befanden ihn in sieben Fällen der Bestechung für schuldig, sagte eine Gerichtssprecherin. Wessely soll gemeinsam mit einem Partner zwei EADS-Mitarbeiter mit insgesamt 1,5 Millionen Mark geschmiert haben. Wessely hatte die Vorwürfe jedoch stets bestritten.

Jean-Paul Gut: Gegen Kaution frei
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REUTERS

Jean-Paul Gut: Gegen Kaution frei

Auch im zweiten großen Skandal bei EADS Chart zeigen arbeitet die Justiz auf Hochtouren: Wegen mutmaßlicher Insidergeschäfte hat sie gegen einen weiteren Ex-Manager des Konzerns ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Der frühere Strategie- und Marketingvorstand Jean-Paul Gut wurde nach einer Vernehmung gegen eine Kaution von 400.000 Euro freigelassen. Der Franzose hatte EADS vor einem Jahr verlassen. Er soll im November 2005 und im März 2006 in Kenntnis von Insider-Informationen einen Teil seiner EADS-Aktien abgestoßen haben. Damit hat er angeblich 1,7 Millionen Euro verdient.

Gut soll unter anderem von den später bekannt gewordenen Lieferschwierigkeiten beim Riesen-Airbus A 380 gewusst haben. Wegen des gleichen Verdachts hatte die Justiz Ende Mai ein erstes Ermittlungsverfahren gegen Noël Forgeard eingeleitet: Der frühere EADS-Co-Chef soll ebenfalls in Kenntnis kursrelevanter Informationen einen Teil seiner EADS-Aktien verkauft und damit 4,3 Millionen Euro erzielt haben. Forgeard wurde nach der Vernehmung gegen Zahlung einer Kaution von einer Million Euro freigelassen.

Insgesamt hat die französische Finanzmarktaufsicht AMF 17 ehemalige und derzeitige EADS-Manager im Verdacht, sich mit Insiderwissen finanzielle Vorteile verschafft zu haben. Bei einem Verfahren drohen den Führungskräften zwei Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe, die bis zum Zehnfachen des erzielten Gewinns betragen kann.

cvk/AFP/dpa

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