Wiesbaden - Die Notenbank ist beunruhigt: Als "alarmierend" bezeichnete EZB-Ratsmitglied Klaus Liebscher die starke Teuerung in der Euro-Zone. Die Inflation erweist sich laut Liebscher viel hartnäckiger als vermutet.
Die Deutschen bekommen das zu spüren: Die Löhne und Gehälter für Vollzeitkräfte stiegen im ersten Quartal 2008 im Vergleich zum Vorjahresquartal zwar um 2,8 Prozent - die Teuerungsrate im selben Zeitraum aber betrug 2,9 Prozent.
Durchschnittlich verdient ein Bundesbürger laut Statistischem Bundesamt im Monat 3064 Euro brutto. Am meisten stiegen die Gehälter im vergangenen Jahr im Kredit- und Versicherungsgewerbe - ganze 3,4 Prozent mehr Geld verdienten die Menschen in der Branche. Am schlechtesten kamen die Kumpel weg: Im Bergbau stiegen die Gehälter nur um 1,2 Prozent.
Im Jahr 2007 wurden im produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich durchschnittlich 40.368 Euro brutto gezahlt. Im Kredit- und Versicherungsgewerbe wurde mit 56.218 Euro der höchste, im Gastgewerbe mit 23.444 Euro der niedrigste Verdienst gezahlt.
Auch Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld und Leistungsprämien erhielten die Arbeitnehmer: durchschnittlich 4185 Euro, gab das Bundesamt bekannt. Das sind 10,4 Prozent des Bruttojahresverdienstes. Die Ergebnisse der Behörde stammen nach eigenen Angaben aus einer neuen vierteljährlichen Verdiensterhebung.
EZB-Ratsmitglied Liebscher warnte vor einer Lohn-Preis-Spirale. "Es ist viel besser, vorzubeugen, als hinterher zu heilen", sagte Liebscher.
| Durchschnittliche Bruttoverdienste Vollzeitbeschäftigter | |||
| Wirtschaftsbereich | Bruttomonats- verdienst, 1. Quartal 2008 (in Euro) |
Veränderung, 1. Quartal 08 (in %, zum Vorjahres- quartal) |
Bruttojahres- verdienst, Jahr 2007 |
| Prod. Gewerbe und Dienstleistung | 3064 | 2,8 | 40.368 |
| Bergbau | 3180 | 1,2 | 41.781 |
| Verarbeitendes Gewerbe |
3227 | 3,0 | 43.099 |
| Energie- und Wasser- versorgung |
3850 | 1,6 | 53.333 |
| Baugewerbe | 2533 | 2,9 | 32.348 |
| Dienstleistungs- bereich |
2985 | 2,6 | 39.014 |
| Gastgewerbe | 1897 | 1,7 | 23.444 |
| Kredit- und Versicherungsgewerbe | 3935 | 3,4 | 56.218 |
| Erziehung und Unterricht | 3081 | 1,8 | 38.779 |
| Handel | 2867 | 3,1 | 37.257 |
| Gesundheits-, Veterinär-, Sozialwesen | 2992 | 2,7 | 37.570 |
| Verkehr und Nachrichtenübermittlung | 2711 | 2,0 | 35.080 |
| Unternehmensnahe Dienstleistungen | 3078 | 2,9 | 40.924 |
| Quelle: Statistisches Bundesamt | |||
cvk/Reuters/ddp
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