Montag, 23. November 2009

Wirtschaft



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23.06.2008
 

Teuerung

Inflation frisst Lohngewinne auf

Die Deutschen verdienen mehr - aber sie kommen materiell nicht voran: Laut neuen Daten ist der durchschnittliche Bruttoverdienst von Vollzeitkräften auf 3064 Euro pro Monat gestiegen, ein deutliches Plus. Die Preise für Energie, Lebensmittel und andere Waren aber legten schneller zu.

Wiesbaden - Die Notenbank ist beunruhigt: Als "alarmierend" bezeichnete EZB-Ratsmitglied Klaus Liebscher die starke Teuerung in der Euro-Zone. Die Inflation erweist sich laut Liebscher viel hartnäckiger als vermutet.

Kühlregal im Supermarkt: EZB warnt vor Lohn-Preis-Spirale
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DDP

Kühlregal im Supermarkt: EZB warnt vor Lohn-Preis-Spirale

Die Deutschen bekommen das zu spüren: Die Löhne und Gehälter für Vollzeitkräfte stiegen im ersten Quartal 2008 im Vergleich zum Vorjahresquartal zwar um 2,8 Prozent - die Teuerungsrate im selben Zeitraum aber betrug 2,9 Prozent.

Durchschnittlich verdient ein Bundesbürger laut Statistischem Bundesamt im Monat 3064 Euro brutto. Am meisten stiegen die Gehälter im vergangenen Jahr im Kredit- und Versicherungsgewerbe - ganze 3,4 Prozent mehr Geld verdienten die Menschen in der Branche. Am schlechtesten kamen die Kumpel weg: Im Bergbau stiegen die Gehälter nur um 1,2 Prozent.

Im Jahr 2007 wurden im produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich durchschnittlich 40.368 Euro brutto gezahlt. Im Kredit- und Versicherungsgewerbe wurde mit 56.218 Euro der höchste, im Gastgewerbe mit 23.444 Euro der niedrigste Verdienst gezahlt.

Auch Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld und Leistungsprämien erhielten die Arbeitnehmer: durchschnittlich 4185 Euro, gab das Bundesamt bekannt. Das sind 10,4 Prozent des Bruttojahresverdienstes. Die Ergebnisse der Behörde stammen nach eigenen Angaben aus einer neuen vierteljährlichen Verdiensterhebung.

EZB-Ratsmitglied Liebscher warnte vor einer Lohn-Preis-Spirale. "Es ist viel besser, vorzubeugen, als hinterher zu heilen", sagte Liebscher.

Durchschnittliche Bruttoverdienste Vollzeitbeschäftigter
Wirtschaftsbereich Bruttomonats-
verdienst,
1. Quartal 2008 (in Euro)
Veränderung,
1. Quartal 08
(in %, zum Vorjahres-
quartal)
Bruttojahres-
verdienst,
Jahr 2007
Prod. Gewerbe und Dienstleistung 3064 2,8 40.368
Bergbau 3180 1,2 41.781
Verarbeitendes
Gewerbe
3227 3,0 43.099
Energie- und Wasser-
versorgung
3850 1,6 53.333
Baugewerbe 2533 2,9 32.348
Dienstleistungs-
bereich
2985 2,6 39.014
Gastgewerbe 1897 1,7 23.444
Kredit- und Versicherungsgewerbe 3935 3,4 56.218
Erziehung und Unterricht 3081 1,8 38.779
Handel 2867 3,1 37.257
Gesundheits-, Veterinär-, Sozialwesen 2992 2,7 37.570
Verkehr und Nachrichtenübermittlung 2711 2,0 35.080
Unternehmensnahe Dienstleistungen 3078 2,9 40.924
Quelle: Statistisches Bundesamt

cvk/Reuters/ddp

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