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26.06.2008
 

Rezessionsangst

Wall Street bricht dramatisch ein

Talfahrt an den US-Börsen: Ein weiterer Ölpreisrekord, enttäuschende Unternehmenszahlen und schlechte Stimmung in der Finanzbranche haben die amerikanischen Aktienmärkte auf den tiefsten Stand seit September 2006 gedrückt. Der Dow Jones fiel um über drei Prozent.

New Yorker Wall Street: Schwache Konjunktur und kletternder Ölpreis drücken auf die Stimmung
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Getty Images

New Yorker Wall Street: Schwache Konjunktur und kletternder Ölpreis drücken auf die Stimmung

New York - Belastet vom drastischen Anstieg des Ölpreises und massiven Kursverlusten im Bankensektor hat die Wall Street am Donnerstag sehr schwach geschlossen. Der Leitindex Dow Jones Chart zeigenging mit einem Minus von 3,03 Prozent aus dem Handel und schloss mit 11.453,42 Punkten auf dem niedrigsten Stand seit September 2006.

Der marktbreite S&P-500-Index sank um 2,94 Prozent auf 1.283,15 Zähler. Auch an der Technologiebörse Nasdaq gingen die führenden Indizes sehr schwach aus dem Handel, der Composite-Index fiel um 3,33 Prozent auf 2.321,4 Zähler. Der Nasdaq 100 sackte um 4,06 Prozent auf 1.855,39 Zähler.

Enttäuschende Unternehmenszahlen, negative Studien zu US-Banken und zum Autosektor sowie Spekulationen um finanzielle Sorgen bei General Motors Chart zeigenund Chrysler hätten von Beginn an auf die Stimmung gedrückt, sagten Börsianer.

Die Investmentbank Goldman Sachs Chart zeigenhatte neue Milliardenabschreibungen bei Citigroup Chart zeigen und Merrill Lynch vorhergesagt. Unerwartet schwache Geschäftszahlen von Nike Chart zeigen und Research in Motion Chart zeigentrübten die Stimmung zusätzlich. Zudem hätten Aussagen der Opec die Investoren verschreckt. Die Organisation Erdöl exportierender Länder hatte zuvor Spekulationen über weiter rasant steigende Ölpreise genährt: ."Ich rechne mit Preisen von 150 bis 170 Dollar im Laufe des Sommers",sagte Opec-Generalsekretär Tschakib Chelil dem französischen Sender France 24.

Ölpreis knackt 140-Dollar-Marke

Erstmals war der Ölpreis am Donnerstag auch auf ein Rekordhoch von 140 US-Dollar gestiegen. In New York stieg der Preis der Referenzsorte "Light Sweet Crude" um 5,50 Dollar auf 140,05 Dollar. In London kostete ein Fass "Brent North Sea Crude" 140,38 Dollar. Anschließend gingen die Preise wieder etwas zurück.

Als Grund wurde die Dollar-Schwäche gegenüber dem Euro angeführt. Öl wird in der US-Währung bezahlt, weshalb ein schwächerer Dollar die Ölnachfrage aus Nicht-Dollar-Ländern ankurbelt.

Für weitere Unsicherheit neben den Prognosen des IOpec-Generalsekretärs sorgte der Chef der staatlichen Ölgesellschaft Libyens. Libyen hatte erklärt, eine Reduzierung der Fördermenge als eine Möglichkeit zu prüfen. Dies sei als Reaktion auf die jüngsten US-Drohungen gegen die ölexportierenden Staaten denkbar, sagte der ranghohe Regierungsvertreter Schokri Ghanem der Nachrichtenagentur Reuters. Konkrete Pläne gebe es derzeit aber nicht. "Wir prüfen alle Optionen", erklärte er lediglich und verwies darauf, dass die Förderländer vor den US-Einmischungsversuchen geschützt werden müssten. Im amerikanischen Kongress kursiert derzeit eine Vorlage, wonach es dem Justizministerium erlaubt sein soll, Opec-Staaten zu verklagen. Das US-Präsidialamt hat aber ein Veto angekündigt.

Unterdessen gehen Händler davon aus, dass die Heizölpreise trotz einer leichten Entspannung am Markt bis Ende des Jahres nicht spürbar sinken werden. Neben einem relativ niedrigen Angebot an Öl drückten der traditionell hohe Spritverbrauch in den Sommermonaten und voraussichtlich von Herbst an die beginnende Heizsaison auf die Preise, sagte der Zweite Vorsitzende des Verbandes für Energiehandel (VEH) Südwest-Mitte, Bernd Schilly, in Stuttgart. Derzeit koste der Liter Super-Heizöl etwa 97 Cent. Im vergangenen halben Jahr sei der Heizölpreis um ein Viertel gestiegen.

Knappe Kapazitäten - Ölförderung in der Opec *
Förderung
im April 2008
vorhandene
Kapazitäten
Algerien 1,38 1,40
Indonesien 0,86 0,88
Iran 3,93 4,02
Kuweit 2,59 2,62
Libyen 1,76 1,80
Nigeria 1,86 2,47
Katar 0,83 0,90
Saudi Arabien 9,05 10,90
Ver. Arab. Emirate 2,65 2,88
Venezuela 2,32 2,50
Angola 1,82 1,82
Ecuador 0,50 0,50
Irak 2,34 2,45
* in Millionen Barrel pro Tag
Quelle: Internationale Energieagentur

amz/dpa/Reuters/AFP/AP

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