Düsseldorf - Einst war Apfelkorn ein Verkaufshit - in den neunziger Jahren bescherte das Getränk und der Wodka "Puschkin" der Schnapsbrennerei Berentzen traumhafte Umsätze. Doch die goldenen Zeiten sind längst vorbei. Mittlerweile gelten Marken wie Dornkaat, Strothmann oder Bommerlunder als verstaubt - und die Schnapsbrennerei schreibt tiefrote Zahlen.
Jetzt reicht es den Eigentümerfamilien Berentzen, Papst Richarz und Wolff- sie wollen die Brennerei loswerden, schreibt das "Handelsblatt". Nach Informationen der Zeitung suchen die Familien früher als erwartet aktiv nach einem Käufer für das börsennotierte Unternehmen. Auch eine Fusion sei denkbar.
Seit geraumer Zeit steckt das 250 Jahre alte Traditionsunternehmen aus Haselünne in einer tiefen Krise. Auch der neue Vorstandsvorsitzende Axel Dahm habe nichts daran ändern können, schreibt das Blatt. In seinem ersten Jahr an der Spitze machte er 186 Millionen Umsatz - und 11,4 Millionen Euro Verlust.
Ein drängendes Problem konnte auch Dahm nicht bekämpfen: die Abhängigkeit des Herstellers von billigen Eigenmarken. In ihrer Not produziert die Brennerei immer mehr "No Names" für Discounter - und macht sich damit selbst das Geschäft kaputt. Der Absatz der markenstarken Flaschen wie Apfelkorn sank im Gegenzug um fünf Prozent auf 36,5 Millionen Flaschen, schreibt die Zeitung.
Fragt sich nur, wer Berentzen
kaufen will. Wahrscheinlich nur Finanzinvestoren, vermuten Experten im "Handelsblatt". Denn internationale Schnapshersteller machen um deutschen Marken einen großen Bogen. Und bis auf Jägermeister haben die Einheimischen genügend Probleme mit sich selbst: Ihr Geschäft bricht ein. Seit Jahren liegt der Pro-Kopf-Verbrauch an Hochprozentigem unter sechs Litern.
Als Interessenten für Berentzen nennt die Zeitung Hendersen Global Investors (HGI). Unklar ist, ob die auch den geforderten Preis bezahlen wollen: Berentzen soll ein Mehrfaches des Börsenwertes kosten.
cvk/AFP
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