Frankfurt am Main/Hamburg - Erst wenige Tage ist es her, dass der Ölpreis die Marke von 140 Dollar übersprungen hat. Nun klettert er weiter und erreicht am Montag einen neuen Spitzenwert von mehr als 143 Dollar pro Fass.
Händler nannten als Grund die Dollarschwäche und politische Spannungen, vor allem mit dem Iran. "Der Dollar ist gesunken, und es gibt Nachrichten - vor allem aus dem Mittleren Osten - die den Ölpreis treiben", sagte Rohstoff-Analyst Mark Pervan von der Australian & New Zealand Bank. Am Mittag kostete ein Barrel US-Leichtöl 142,73 Dollar und war damit 1,8 Prozent teurer als am Vortag. Zwischenzeitlich mussten sogar bis zu 143,67 Dollar gezahlt werden. Ein Fass der Nordseesorte Brent verteuerte sich um 2,1 Prozent auf 143,20 Dollar.
Der Westen verdächtigt Iran, an Nuklearwaffen zu arbeiten. In jüngster Zeit wird vermehrt über einen Angriff Israels auf iranische Atomanlagen spekuliert. Sollte es zu einer Konfrontation kommen, werde sich der Konflikt mit Sicherheit auch auf das Thema Öl erstrecken, warnte der Oberbefehlshaber der iranischen Revolutionsgarden, Mohammad Ali-Jafari, in einem Zeitungsinterview.
Bei einem Angriff gegen Iran seien Kontrollen in der Straße von Hormus denkbar, sagte Jafari. Marktteilnehmer fürchten, dass der Konflikt zu Einschränkungen in der Meerenge führen könnte. Durch die Straße von Hormus werden rund 40 Prozent des weltweit gehandelten Öls transportiert.
Die Angst vor Versorgungsengpässen beschäftigt auch den Welterdölkongress (WPC) in Madrid. Mehr als 3000 Delegierte der ölproduzierenden Staaten und der Ölindustrie wollen bis Donnerstag beraten, wie den Herausforderungen begegnet werden soll. Das Hauptaugenmerk wird dabei auf den Ministern der Opec-Staaten liegen. Mit besonderem Interesse werden am morgigen Dienstag die Prognosen der Internationalen Energieagentur zur Ölversorgung verfolgt werden.
An deutschen Tankstellen hielten sich die Spritpreise auf hohem Niveau. Ein Liter Super kostete am Montagmittag im bundesweiten Durchschnitt nach Angaben der Mineralölbranche 1,54 Euro, Diesel kostete rund 1,50 Euro.
Spaniens König Juan Carlos appellierte an die Branche, "saubere" Energieformen verstärkt zu nutzen. "Die Welt verlangt nach einem neuen Modell der Energieversorgung", sagte er zu Beginn der Konferenz. Das neue System müsse "effizient, transparent und umweltfreundlich" sein.
wal/Reuters/AP/dpa-AFX
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
| alles zum Thema Ölpreis | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH