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30.06.2008
 

Hoher Ölpreis

Dax macht Vormittagsverluste wieder wett

Der Entspannung bei den Ölpreisen und den Schnäppchenjägern sei Dank: Der Dax konnte seine Verluste aus dem Vormittagshandel wieder wettmachen. Am Ende schloss der Index nahezu auf dem Stand des vergangenen Freitags.

Frankfurt am Main - Am Vormittag war schon von Ausverkaufsstimmung die Rede gewesen. Doch am Ende verlief der Handelstag glimpflich. Obwohl am Mittag noch das Jahrestief wahrscheinlicher schien als alles andere, erholte sich der Dax Chart zeigen, angestoßen von Kursgewinnen an der Wall Street, und schloss bei 6418 Zählern. Damit entwickelte er sich allerdings schwächer als die meisten anderen großen europäischen Indizes. Der Europa-Index Stoxx 50 Chart zeigen legte gut ein Prozent auf 2906 Zähler zu.

Börsenhändler in Frankfurt: Preisrückgang für Öl sorgt für Entspannung
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DPA

Börsenhändler in Frankfurt: Preisrückgang für Öl sorgt für Entspannung

Beherrschendes Thema blieb zum Wochenbeginn an den Aktienmärkten das teure Öl. Der Preis für ein Fass US-Leichtöl der Sorte WTI war bis auf ein Rekordhoch von 143,67 Dollar gestiegen, gab am Nachmittag dann allerdings wieder rund drei Dollar nach. "Wir sehen eine kleine technische Erholung, die am Markt mit Erleichterung aufgenommen wurde", sagte ein Händler kurz vor Börsenschluss.

Auf positive Resonanz stieß auch der unerwartet starke Anstieg des Konjunkturindex der Einkaufsmanager aus dem Großraum Chicago im Juni. In Reaktion auf das etwas billigere Öl und die Konjunkturdaten verbuchte die Wall Street Kursgewinne. Der Dow-Jones-Index Chart zeigen notierte bei Handelsschluss in Europa 0,7 Prozent höher, der Nasdaq Composite Chart zeigen stieg um 0,3 Prozent. Der Rekordstand beim Öl trieb die an der Börse in London schwer gewichteten Aktien von Ölkonzernen in die Höhe, so dass der britische Leitindex Footsie 1,7 Prozent zulegte. Die Aktien von BP, StatoilHydro und Total Fina Elf Chart zeigen stiegen zwischen 2,4 und 3,3 Prozent.

Autowerte bleiben unter Druck

Dagegen drückte das teure Öl weiter auf die Kurse bei Autoaktien. In Frankfurt büßten MAN Chart zeigen 3,5 Prozent ein, und Daimler Chart zeigen gaben 1,5 Prozent ab. Am Wochenende hatte darüber hinaus die Branchenzeitschrift "Auto Motor und Sport" berichtet, die europäischen Autohersteller müssten sich auf bis zu 60 Prozent höhere Stahlpreise einstellen. Der weltgrößte Stahlkonzern ArcelorMittal kündigte demnach an, schon in den nächsten Wochen und Monaten die Preise in mehreren Schritten anzupassen.

"Wie wollen die Autohersteller diese Kostenbelastung angesichts der schwachen Nachfrage bloß weitergeben?", fragte ein Händler. Das Center Automotive Research (CAR) in Gelsenkirchen hatte seine Absatzprognose für Deutschland für das laufende Jahr wegen der hohen Benzinpreise von 3,3 auf 3,1 Millionen Autos gesenkt.

Gegen den Trend legten allerdings die Aktien von Volkswagen Chart zeigen und Continental Chart zeigen zu und setzten sich mit einem Plus von 2,4 beziehungsweise 2,3 Prozent an die Dax-Spitze. Händlern zufolge wirkten bei Continental die Gerüchte der Vorwoche nach, wonach ein Finanzinvestor bei dem Autozulieferer aus Hannover einsteigen will. "Bei VW sind deutliche Käufe drin, deshalb entwickeln die sich schon seit geraumer Zeit besser als die anderen Autowerte", sagte ein Börsianer.

Europaweit auf den Kaufzetteln der Anleger standen Telekommunikationswerte. Der Branchenindex DJ Telecom legte sechs Prozent zu. Nachdem die France Telecom Chart zeigenihren milliardenschweren Übernahmeplan für den nordischen Konkurrenten TeliaSonera Chart zeigen aufgegeben hatte, verbuchten die Papiere des französischen Konzerns einen Kurssprung von mehr als sieben Prozent. "Die Aktien aus der Branche sind ein bisschen im Aufwind, weil es jetzt wohl doch keine aberwitzigen und überteuerten Übernahmen gibt", sagte ein Händler.

Vodafone-Aktien Chart zeigen stiegen in London um mehr als fünf Prozent, nachdem der Mobilfunkkonzern eine Zusammenarbeit mit dem Internetportal MySpace bekanntgegeben hatte.

mik/Reuters/dpa/Dow Jones

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