Von Susanne Amann und Friederike Ott
Mit viel Enthusiasmus haben die Industrienationen im vergangenen Jahr versprochen, die Millennium-Entwicklungsziele sowie ihre schon auf dem Gipfel von Gleneagles versprochene Hilfe für Afrika einzuhalten. Diese Ziele sehen vor, den Anteil der Menschen, die Hunger leiden, bis 2015 zu halbieren. Außerdem soll die Ausbreitung von Aids, Malaria und anderen Krankheiten zum Stillstand gebracht werden.
Dafür wollten die G-8-Länder im vergangenen Jahr in Heiligendamm 60 Milliarden Dollar für den Kampf gegen Aids, Malaria und Tuberkulose in Afrika bereitstellen. Die größte Zusage machten die G-8-Staaten im Jahr 2005 im schottischen Gleneagles: Die Entwicklungshilfe werde bis 2010 jährlich auf 50 Milliarden Dollar ungefähr verdoppelt, die Hälfte der Summe solle auf Afrika entfallen.
Nach Angaben von Nichtregierungsorganisationen werden diese Ziele wohl auch beim jetzigen G-8-Gipfel in Japan bekräftigt, allerdings hapert es mit der Umsetzung: Oxfam zufolge haben die G-8-Staaten bislang erst 14 Prozent dieser Zusage für Afrika eingehalten. Auch das "Africa Progress Panel", das unter Vorsitz des früheren Uno-Generalsekretärs Kofi Annan die Einhaltung der G-8-Versprechen beobachtet, bemängelt, dass die tatsächlich geleistete Hilfe der westlichen Welt bis zu 40 Milliarden Dollar unter den Zusagen bleiben dürfte.
Deutschland ist zweitgrößter Zahler
"Das Problem bei solchen Zusagen ist immer: Entweder sind es große Summen, für die allerdings kein konkreter Zeitpunkt genannt wird. Oder es gibt einen konkreten Zeitpunkt - der liegt dann aber soweit in der Zukunft, dass es keinem wehtut", sagt Paul Bendix, Vorsitzender der der Entwicklungsorganisation Oxfam.
Auch Deutschland steht bei Entwicklungsorganisationen in der Kritik, obwohl es seinen Entwicklungshilfeetat massiv aufgestockt hat. Für 2008 wurde der Etat um 750 Millionen Euro auf 5,1 Milliarden Euro erhöht, für 2009 eine Steigerung um weitere 800 Millionen Euro beschlossen. Damit ist Deutschland nach Angaben der OECD hinter den USA der zweitgrößte Zahler von Entwicklungshilfe. Allerdings haben die G-8-Länder vereinbart, dass die Entwicklungshilfe bis 2010 auf 0,51 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen soll, ein gemeinsam getroffener OECD-Beschluss liegt sogar bei 0,71 Prozent. Bisher hat Deutschland nur eine Quote von 0,37 Prozent.
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