Von Susanne Amann und Friederike Ott
Beim G-8-Gipfel in Heiligendamm im Juni 2007 haben sich die Regierungschefs nur auf eine Reihe von unverbindlichen Empfehlungen geeinigt: Die Aufsichtsbehörden sollten auf ein verbessertes Risikomanagement der Finanzmarktteilnehmer drängen, Geschäftspartner und Investoren von Hedgefonds sollten auf eine Stärkung der Marktdisziplin hinwirken, und die Branche selbst sollte ihr Verhalten überprüfen.
Das war allerdings, bevor die Folgen der Finanzkrise absehbar waren. "Inzwischen hat sich einiges getan, erst vor drei Wochen wurde das Thema auf der Finanzministerkonferenz in Korea wieder aufgegriffen", sagt Peter Wahl von WEED, einer Nichtregierungsorganisation, die sich mit Weltwirtschaft, Ökologie und Entwicklung beschäftigt. Interessant sei dabei gewesen, dass die Finanzminister eine Studie in Auftrag gegeben hätten, die die Rolle von Spekulationen bei Rohstoffpreisen untersuchen soll. Außerdem hätten vor allem die Italiener eine stärkere Regulierung der Hedgefonds gefordert.
Hedgefonds unter Druck
Tatsächlich sind Hedgefonds inzwischen deutlich unter Druck geraten: So hat der Internationale Währungsfonds (IWF) ihre Rolle stark kritisiert: In ihrem Finanzstabilitätsreport zählt der IWF die Hedgefonds zu den drei bis vier Hauptverantwortlichen für die weltweite Finanzkrise.
Ob sich bis zum nächsten G-8-Gipfel allerdings Entscheidendes ändert, hängt laut Finanzexperte Wahl vor allem davon ab, ob die Finanzkrise sich weiter verstärkt: "Bisher verfolgt neben den USA vor allem Großbritannien eine harte Linie gegen eine Regulierung, weil inzwischen ein Drittel des Bruttoinlandsprodukts durch die Finanzindustrie erwirtschaftet wird." Sollten aber gerade diese beiden Länder weiter unter der Krise leiden, änderten sie vielleicht ihren Standpunkt. "Wenn es hart kommt, wird in Zukunft reguliert. Wenn sie mit einem blauen Auge davonkommen, passiert nichts."
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