Berlin/Wiesbaden - Die Stimmung ist miserabel: Seit 1990 schätzten die Deutschen ihre wirtschaftliche Lage nicht mehr so schlecht ein wie heute. Das stellte die Umfrage "ZDF-Politbarometer" fest. Demnach gehen 41 Prozent der Menschen hierzulande davon aus, dass es ihnen in einem Jahr finanziell schlechter gehen wird. Nur 15 Prozent rechnen mit besseren Verhältnissen.
Besonders belastet die Deutschen die grassierende Teuerung: Das Thema Kosten, Preise und Löhne ist laut Politbarometer inzwischen mit 60 Prozent der Nennungen das mit Abstand wichtigste vor der Arbeitslosigkeit mit 34 Prozent.
Die schlechte Stimmung wundert nicht - mehren sich doch die Anzeichen, dass es wirtschaftlich bergab geht. So sind etwa die Großhandelspreise im Juni so stark gestiegen wie seit 26 Jahren nicht mehr: Im Vergleich zum Vorjahresmonat legten sie um 8,9 Prozent zu. Das ist die höchste Jahresteuerungsrate im Großhandel seit 1982 - damals lag der Wert bei 9,5 Prozent. Zwar werden die Großhandelspreise wegen der großen Konkurrenz im Einzelhandel nicht eins zu eins an die Kunden weitergegeben. Früher oder später werden die Verbraucher aber vermutlich von den hohen Preisen betroffen sein.
Besonders teuer sind Getreide, Saaten und Futtermittel geworden. Aber auch die Preise für Energie, Milch, Eier, Speiseöle, und -fette legten kräftig zu. Billiger wurden vor allem Computer.
cvk/AFP/ddp/Reuters/dpa
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