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Manhattans Wolkenkratzer Weltstadt im Ausverkauf

2. Teil: US-Zeitungen und Blogs schimpfen über den Ausverkauf

So einen Run auf Manhattan hat es seit den achtziger Jahren nicht mehr gegeben, als japanische Firmen begannen, sich New Yorks Vorzeigeimmobilien zu schnappen, darunter das Rockefeller Center. "Unsere Skyline gehört zusehends Ausländern", schimpft die Zeitung "Newsday" jetzt und zitiert als obligatorische Stimme des Volkes einen aufgebrachten Brooklyner namens Daniel Campbell: "Die Stadt wird nach Übersee verscherbelt."

Der Immobilienblog "Curbed" fügt bitter hinzu: "Sobald Kanada die Freiheitsstatue kauft, sollten wir langsam mal umdenken." Die "Washington Post" offenbart derweil die stillen Ängste der Amerikaner mit einem Freud'schen Tippfehler: Das Chrysler Building ging dort nicht an Abu Dhabi, sondern an das Bagdader Foltergefängnis "Abu Ghureib".

Wo die Wall Street über den Bärenmarkt klagt, sehen internationale Investoren Schnäppchen. Im Jahr 2007 investierten Ausländer mehr als 52 Milliarden Dollar in US-Geschäftsimmobilien - doppelt so viel wie noch 2006. 16 Prozent der Ausgaben stammten aus Nahostkassen. Am begehrtesten dabei war und ist eben Manhattan, wo 2007 sogar jeder zweite aller von Ausländern gekauften Wolkenkratzer an einen Investor aus Nahost ging.

Denn Manhattan ist ein idealer Spielplatz für Finanziers und Fonds, die große Batzen Geld auf einmal loswerden wollen: "Wenn du 400 Millionen Dollar ausgeben willst, kannst du das in New York mit einem Deal", sagte der Investmentberater Scott Latham der "International Herald Tribune". "In Washington braucht man dazu vier verschiedene Deals."

Ein Kreis schließt sich: Die enormen Dollarsummen, die die USA für Öl in den Nahen Osten fließen lassen, werden so wieder im Ursprungsland re-investiert. "Sie brauchen einen Ort, um ihr Kapital zu parken", sagte Dan Fasulo, ein Direktor der Research-Firma Real Capital Analytics, der "New York Times". Die nennt das System "Petrodollar-Recycling".

Einer, der das aus vollem Herzen begrüßt, ist der New Yorker Immobilienmagnat Donald Trump. Der freut sich schon auf die Milliarden aus den Golfstaaten: "Wir erwarten in den nächsten 12 bis 24 Monaten Investitionen von mindestens zwei Milliarden Dollar aus dem Nahen Osten", sagt Trump-Berater Rodrigo Nino dem Wirtschaftsdienst Dow Jones.

Andere sehen das weniger rosig. Viele Bürger, schreibt der Blog "Political Lore", fürchteten, dass vor allem die Nahost-Investoren ihre Liegenschaften in den USA "als Stützpunkt für terroristische Aktivitäten" nutzen könnten. Diese Panik kursierte vor zwei Jahren schon bei der Übernahme von sechs US-Überseehäfen durch die Firma DP World aus Dubai. Der Deal scheiterte damals am Widerstand des US-Kongress.

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