Bottrop/Herne - Der Kokskohleabbau sollte eigentlich im Herbst 2010 gestoppt werden - nun könnte er über dieses Datum hinaus eine Zukunft haben: Bis Ende 2008 sollen Vorarbeiten zum Abbau neuer Lagerstätten, sogenannter Flöze, abgeschlossen sein, teilte die technische Leitung der Zeche in Bottrop mit.
Die Arbeiten finden auf der Ruhrgebietszeche Prosper Haniel statt. Vom Jahr 2014 oder 2015 an sollen dort jährlich mindestens eine Million Tonnen dieser besonders hochwertigen Kohle abgebaut werden.
In Deutschland stehen damit neue Kokskohlevorkommen vor der weiteren Förderung - obwohl die staatlichen Subventionen bald auslaufen. Grund sind die explodierenden Energiepreise. Durch diese wird selbst eine völlig privat finanzierte Kokskohlezeche lukrativ - und damit werden alte Planungen der RAG, ehemals Ruhrkohle AG, wieder aktuell.
Prosper Haniel gehört zudem zu den drei Zechen, die laut Ausstiegsplan am längsten (bis 2018) fördern könnten. 2012 wird der gesetzlich beschlossene Ausstieg aus der subventionierten Steinkohleförderung vom Bundestag noch einmal überdacht.
Kokskohle wird in Kokereien zu Koks veredelt und dann zur Stahlproduktion eingesetzt. Sie erzielt auf dem Weltmarkt einen deutlich höheren Preis als Kraftwerkskohle.
Die derzeit einzige deutsche Kokskohlezeche, das Bergwerk Ost in Hamm, stellt seine Förderung laut Zechenplanung des Betreibers RAG im September 2010 ein. In anderen Bergwerken wird Kokskohle nur in sehr geringen Mengen gefördert.
ssu/dpa
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH