Berlin - Teurer Treibstoff: Nach Angaben des Energie-Informationsdienstes (EID) kostet der Liter Superbenzin diese Woche im Schnitt 1,55 Euro, Diesel liegt bei 1,51 Euro pro Liter. Der Benzinpreis ist damit im Vergleich zur Vorwoche um gut zwei Cent gestiegen, berichtet die "Bild"-Zeitung.
Der Ölpreis fiel dagegen in den vergangenen drei Handelstagen deutlich: Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) Leichtöl der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur August-Auslieferung 130,23 Dollar. Seit Dienstag sank der Ölpreis insgesamt um 16 Dollar; dabei hatte er erst am vergangenen Freitag ein Rekordhoch von mehr als 147 Dollar erreicht.
Experten begründeten die kräftigen Kursverluste in erster Linie mit der Erwartung einer nachlassenden globalen Ölnachfrage. Vor allem die schwächer erwartete Weltwirtschaft dürfte die Nachfrage nach Rohöl sinken lasen, wird argumentiert.
Angesichts des fallenden Ölpreises warf das Transportgewerbe den Tankstellenkonzernen verantwortungsloses Handeln vor und forderte das Bundeskartellamt zum Handeln auf. "Die Mineralölkonzerne haben eine Verantwortung gegenüber der Volkswirtschaft. Sie müssen niedrigere Ölpreise an die Auto- und Lkw-Fahrer weiterreichen", sagte der Präsident des Bundesverbandes Güterverkehr und Logistik, Hermann Grewer, der "Bild"-Zeitung. Es sei merkwürdig, dass die Konzerne steigende Ölpreise sofort an die Kunden weitergeben, dies bei sinkenden Preisen aber nicht täten.
Experten warnen allerdings vor zu großen Erwartungen: Denn nicht nur Rohöl beeinflusst die Benzinpreise. Auch der Kurs des Dollars und die Auslastung von Raffinerien können sich auswirken. Bei knappen Raffineriekapazitäten kann der Ölpreis zum Beispiel sinken - und Benzin bleibt trotzdem teuer.
ssu/AP/AFP/dpa-AFX
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